Heute habe ich mal bis halb 9 Uhr ausschlafen können, anscheinend waren die Kinder vom täglichen lange aufbleiben doch ziemlich erschöpft und schliefen heute mal auch länger als sonst.
Das Frühstück war heute eher karg, eine dicke Scheibe Toast, 2 Kirschtomaten und ein seltsames Püree mit Maisstückchen.
Ich bin dann auch schon um halb 10 Uhr gegangen, und die Kinder haben sich auch schon für ihr Wochenendprogramm fertig gemacht. Anscheinend beginnen bei den Kindern auch bald die Sommerferien, aber die Mutter hat die Kinder scheinbar zu einer Sommer-Lern-Schule angemeldet, zumindest hab ich diverse Zetteln am Tisch herum liegen sehen.
Heute gings auf nach Tokyo, nicht dass ich nicht jeden Tag in Tokyo bin, aber heute wollte ich mal zum Tokyo Hauptbahnhof, zu meinem Glück fährt ein Expresszug von meiner Station aus direkt nach Tokyo. Ich war mir unsicher, wie das mit meiner Sucia Karte (Bahn-Wertkarte) funktioniert, denn meine Gastmutter hat mir eine Pendlerkarte beschafft, die eigentlich nur zwischen meinem Heimatbahnhof (Inage) und dem Bahnhof in der Nähe der Schule (Suidobashi) gültig ist. Der Zug nach Tokyo biegt aber irgendwo auf der Strecke ab. Daher habe ich versucht an einem der Automaten ein Zusatzticket zu bekommen, aber irgendwie hat das nicht so geklappt. Ich bin also auf gut Glück gefahren.
Der Expresszug ist leider immer sehr voll und auf einen Sitzplatz habe ich diesmal vergeblich gewartet. Die Fahrt dauerte jedoch nur 35 Minuten, war also nicht so tragisch.
An der Endstation Tokyo angekommen bin ich mal einfach der Menschenmasse gefolgt. 2 Rolltreppen weiter oben war dann die große Halle, in der es zuging wie in einem Ameisenhaufen, tausende Menschen wuselten da herum auf der Suche nach ihrem Bahnsteig. Ich weiss nicht wie viele es hiervon gibt, aber ich habe Wegweiser zu Gleisen weit über 20 gesehen. Auch der Shinkansen (Japanischer Hyperexpresszug) fährt hier. Da am Montag ein Feiertag ist sind heute wohl sehr viele Leute von hier aus auf Kurzurlaub gefahren, zumindest habe ich etliche Leute mit Koffern gesehen.
Der Bahnhof Tokyo ist wirklich verdammt riesig, als ich endlich die Auscheck-Schalter erreicht habe und meine Suica Karte über den Sensor hielt wurde ich leider nicht durchgelassen. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Ich musste also zu einem der Schalter bei denen man nachzahlen kann. Dort konnte ich dann endlich ein allgemeines „Konto“ auf der Karte eröffnen, das auch ausserhalb meiner Pendlerstrecke gültig ist. Ich habe jedoch jediglich 1000 Yen (ca. 7-8€) rauf geladen. Die Fahrt nach Tokyo hat mich deshalb nur 130 Yen extra gekostet. Nach dem Schranken begann jedoch der richtige Bahnhof erst richtig, lange Unterirdische Gänge voll mit Shops, Restaurants und Omiyage Geschäften (die verkaufen die typischen Mitbringsel die für Tokyo so typisch sind). Ich habe über eine halbe Stunde gebraucht um einen Ausgang zu finden…
Als ich endlich wieder an der frischen Luft war habe ich mir erstmal wieder Salat Sushi gekauft und mich an eine Ecke gesetzt um Mittag zu essen. Dabei viel mir schon auf, dass es hier wirklich verdammt viele Hochhäuser gibt. Leider ist das Wetter heute nicht so gut, es ist bewölkt und dunstig, weswegen man die vielen Hochhäuser auf den Fotos gar nicht richtig sehen kann. Ich müsste mal bei klaren Wetter auf eines der Hochhäuser gehen um Fotos zu machen, aber die kann man alle nicht betreten. Einzige Möglichkeit wäre der Tokyo Tower, aber da muss man Eintritt zahlen und ich bin mir nicht sicher obs mir das wert ist.
Vom Hauptbahnhof aus bin ich dann zum Park in Chioda gelaufen, ich dachte schon ich hätte mich verlaufen, auf der Karte sah das bei weiten nicht so weit aus. Dort habe ich dann mal einen anderen Teil dieses riesigen Parkes erkundet, aber so tolles gibt es dort eigentlich nicht. Viele Touristen waren heute unterwegs.
Später bin ich dann Richtung Suidobashi gelaufen, das war dann auch nicht mehr sehr viel weiter. Von dort aus bin ich Richtung Shinjuku gefahren, dort soll es ja viele tolle Einkaufszentren geben. Auch dort brauchte ich eine Ewigkeit um einen richtigen Ausgang zu finden. Ich bin dann von einem Einkaufszentrum ins nächste gebummelt, habe aber nur wenig gekauft. Die meisten Läden hier sind jedoch eher für Klamotten und da weiss ich inzwischen, dass mir das nicht und nicht passen will, genauso wie die Schuhe… Leider muss ich sagen, denn der Sommer Sale hier ist im vollen Gange und man bekommt hier schon für ca. 1000Yen (ca. 7-8€) wirklich hübsche Tops, Kleider, Röcke und sogar Schuhe.
Zu Fuss wollte ich mich dann Richtung Yoyogi Park auf machen, doch irgendwie bin ich beim falschen Park gelandet. Da mich dort schon am Eingang die Gelsen gefressen haben, kehrte ich lieber um. Den Richtigen Yoyogi Park hab ich leider nicht mehr gefunden, mir taten schon so die Füsse weh, dass ich bei der Station Yoyogi eingestiegen bin und Richtung Chiba gefahren bin. Vielleicht habe ich in den nächsten Wochen Zeit noch mal hierher zu fahren um mir die 2 Parks anzusehen.
Auf der Heimreise bin ich im Zug sogar ein paar mal eingenickt (Inemuri) wie das so viele Japaner auch machen. Die Fahrt dauerte über eine Stunde, deswegen machte ich mir wenig Sorgen, dass ich meine Station verpassen könnte. Am Heimatbahnhof habe ich dann wie immer meine Gastfamilie angerufen, doch diesmal hat niemand abgehoben. Deswegen bin ich halt auf gut Glück nachhause gelaufen. Glück hatte ich jedoch keines, es war niemand da. Aber wenigstens gibt es eine Couch im Eingangsbereich, wo ich gewartet habe. 10 Minuten später ist meine Gastfamilie aber auch schon eingetrudelt, im Schlepptau eine kleine Freundin von Satsuki und deren Mutter. Diese Mutter war echt freundlich, hat super deutlich gesprochen, ganz im Gegensatz zu meiner eigenen Gastmutter. Jetzt kann ich zumindest mit Sicherheit sagen, dass es nicht an mir liegt, wenn ich nichts verstehe! Und wie höfflich diese Mutter heute war, höflich gesprochen (und vollständige Sätze! So hab ich’s in der Uni gelernt und so versteh ich’s wenigstens!) und hat mir sogar meinen Tee eingeschenkt. Eigentlich ist es in Japan immer üblich, dass man von jemand anderen eingeschenkt bekommt und daraufhin dem anderen einschenkt. So will es eben die Tradition. Schenkt man sich selbst ein gilt man als unhöflich und wenn es sich um Alkohol handelt sogar als Trinker. Bei meiner Gastfamilie muss ich mir immer selber einschenken, sonst verdurste ich…
Zum Abendessen gab es wieder eine Art Curry Reis ohne Curry, war aber sehr gut, da gabs nichts zu beanstanden.
Da ich als erste mit dem Essen fertig war, wurde ich auch gleich als erste ins Bad geschickt. Interessanterweise verschwand danach die ganze Familie inklusive der Gäste. Ich nehme mal grob an, dass sie die beiden nachhause gefahren sind, aber gesagt wurde mir rein gar nichts.
Kaum war ich alleine pipt es irgendwo, da hier aber alles pipt, redet und quietscht denk ich mir normalerweise nichts dabei. Anscheinend ist es das normale Festnetztelefon, das so selten benutzt wird, dass es mit einem Handtuch abgedeckt ist. Der Anrufbeantworter geht ran und wer spricht da drauf?? Die Stimme kenn ich doch?? Meine Mam hat es endlich geschafft mit den vielen Vorwahlen und Nullern fertig zu werden und hat es bis zu mir durch geschafft. So konnten wir wenigstens mal wieder ein bisschen reden!

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