Dienstag, 7. Juli 2009

Abflug, Ankunft und der erste Tag






Der große Tag ist also angebrochen und ich wache pünktlich zum Tagesanbruch auch wirklich auf. An wieder einschlafen ist nicht zu denken, mir gehen sofort hunderte Gedanken durch den Kopf.Aufstehen tu ich dann aber doch erst kurz vor 7:30 und selbst das erscheint viel zu früh. Das Cat-Cab habe ich für 11Uhr reserviert, um 9Uhr waren wir alle fertig, die Koffer gepackt und die Nerven lagen blank. Viel zu früh dran war dann auch mein Vater, jedoch nicht ohne Grund, denn es gab noch eine Überraschung für mich: eine mini-winzig-kleine Videokamera!!! Ich muss schon sagen, echt toll das Teil. Ich musste jedoch noch alle nötigen Treiber auf das Netbook installieren, denn das externe Laufwerk nehme ich ja nicht. Als wir dann kurz vor 11Uhr raus gingen, hat sich noch das halbe Wohnhaus bei mir verabschiedet, ich bin halt bekannt wie ein bunter Hund, gerade bei den Kindern. Ob das wohl daran liegt, dass ich die Kinder- und Jugendmietbeirätin bin?Als sich jedoch auch 10 Minuten nach 11Uhr kein Cat-Cab vor der Tür einfand, haben wir sicherheitshalber mal telefonisch nachgefragt und da doch glatt erfahren, dass keine Reservierung eingetragen wurde, wie toll!Zum Glück war gerade ein Cat-Cab frei, dass mich und meinen Freund 10 Minuten später abholte, ich habe es ja nicht wirklich weit bis zum Cat Terminal, aber die schweren Koffer mit der Bim durch den halben Bezirk fahren ist nicht unbedingt nervenschonend. Der Fahrer war äusserst freundlich und half uns mit dem Gepäck bis direkt vor dem Check-in Schalter, wo ich problemlos mein Gepäck einchecken konnte sowie meine Boarding Karte entgegennehmen konnte.


















Den geplanten Cat erwischten wir sogar noch rechtzeitig und fuhren in nicht einmal 16 Minuten zum Flughafen, dort sind wir dann zwar beim falschen Aufgang gelandet, aber im eigenen Flughafen kennt man sich ja eh gut genug aus. Wenn mir das in Narita passieren würde wäre ich wohl am Ende.Meine Eltern sind in fast der selben Zeit mit dem Auto zum Flughafen gefahren.Da mir die elend lange Warteschlange vorm Check-in Schalter erspart geblieben ist, konnten wir noch zusammen etwas Trinken gehen. Eine Stunde vorm Abflug ist Boarding-Time, meine Mam hält das natürlich für komplett übertrieben, aber im nachhinein bin ich froh so früh rein gegangen zu sein. Denn noch bevor die Geschäfte aufhören begann eine lange Warteschlage für die Passport Kontrolle. Da man von so weit hinten gar nicht ausmachen konnte wo man sich für was anstellt bin ich natürlich gleich in der falschen gelandet. Es gibt jedoch nur 2 Kategorien, EU Staatsbürger und alles andere. Nachdem das überstanden war ging es weiter zum Gate, wo wieder eine Schlange wartete, diesmal für die Kontrolle des Handgepäcks und der Person. Intelligenterweise muss man alle Elektrogeräte, insbesondere Laptops extra aus der Tasche nehmen und in eine offene Plastikschale legen. Bei einem Flug nach Japan mit hohem Japaneranteil mussten die meisten ihr Handgepäck öffnen, durchwühlen und hinterher wieder zusammen flicken.Schlußendlich habe ich vielleicht noch 10 Minuten im Wartesaal gewartet bis es zur nächsten Schlange ging und die war besonders lang, denn Japaner haben voll die Ruhe weg wenn es darum geht sich im Flugzeug häuslich einzurichten und ihre Sachen zu verstauen.Lustigerweise habe ich sogar viele Japaner mit eigenen Pantoffeln rumlaufen sehen, die sie jedoch für den Gang zur Toilette wieder gegen normale Schuhe eintauschten. Der Flug selber verging relativ rasch und Problemlos, mal abgesehen davon dass ich nicht schlafen konnte, ein bisschen die Augen zumachen und dösen aber nichts im vergleich zum geübten Inemuri der Japaner. Das Essen jedoch hat sich auch im Vergleich zum letzten Mal sehr verschlechtert. Das Hühnchen Teriyaki mit Spinat und gebratenen Reis war ein trockenes Stück Fleisch, die Teriyaki Sauce war mit dem Spinat vermengt und der Reis war eine einzige Katastrophe.Als ich vor 2 Jahren genau den selben Flug hatte gab es wenigstens noch echtes Porzellangeschirr und Besteck aus Metall (zumindest beim ersten Gang) aber diesmal verzichteten sie auf alles normale und setzt auf 100% Plastik. (Schon einmal versucht ein trockenes Stück Fleisch mit einem Plastikmesser zu schneiden?)Selbst die Cup-Ramen war schlechter.Bei der Ankunft dann wieder der selbe Schmäh mit Warteschlangen, die diesmal noch vieeel langsamer sind, denn von jedem Ausländer werden Fingerabdrücke genommen sowie ein Foto.Im Flugzeug sagte man mir ich bräuchte den Zettel mit der Zollerklärung gar nicht ausfüllen, wenn ich nichts zu verzollen habe, na ja weit gefehlt, der Angestellte bei der letzten Zollkontrolle schickte mich doch wirklich zurück zum ausfüllen. (sprich zwei Mal anstellen).Als ich dann endlich draussen war, war es immer noch nicht 9 Uhr und niemand wartete auf mich, aber ich habe die Zeit genutzt um schon mal etwas Geld zu wechseln, selbst da muss man einen Zettel ausfüllen mit Daten die niemand mehr braucht.Nach dem Geldwechsel war sogar schon eine von Der Sprachschule da, erklärte mir jedoch wir müssten noch auf ein paar andere Warten. Die Leute trudelten dann auch so langsam ein und da wir scheinbar gegen aller Erwartung alle auch gekommen sind waren wir zu viele für ihre Pläne, daher wurden kurzfristig 2 Taxis abkommandiert, die uns zu unserer Gastfamilie bringen sollten. Nicht, dass die Alternative soviel besser gewesen wäre, aber ich musste natürlich den 100 jährigen Opa abbekommen, der die Anweisungen des Navi nicht einmal richtig befolgen konnte. Irgendwann zu Mittag war ich dann endlich bei meiner Gastfamilie.Sie wohnen in einer recht gemütlichen Wohnung im 10. Stock eines Wohngebäudes, das fast ausschließlich von Familien mit Kindern bewohnt zu sein scheint.Meine 3 kleinen Gastschwestern sind wirklich sehr lieb, die kleinste ist sogar sehr gesprächig, nur leider verstehen selbst ihre Schwestern sie nicht so wirklich. Aber die kleine Satsuki ist wirklich süß und hat sich auch sehr über ihr Geschenk gefreut, genauso wie die älteste, sie hat noch am selben Abend mit dem Malen begonnen. Als dann in Österreich der Morgen nahte wollte ich natürlich auch Daheim bescheid sagen, dass ich heil gelandet bin, meine Gastfamilie hat leider kein Internet daheim und WLAN empfange ich leider auch momentan keines.Auf der Suche nach einem öffentlichen Telefon durchstreiften wir dann gemeinsam die Gegend und sind zu dem Schluß gekommen, dass die Münztelefone überhaupt keine Auslandsgespräche zulassen, egal wie viel wir ins sie hinein werfen.Eine Telefonwertkarte muss also her, mit einer solchen kann man angeblich, bei bestimmten Telefonen auch hinaus telefonieren.So richtig bescheid weiss nur leider niemand wie das ganze funktioniert. Denn die gekaufte internationale Telefonwertkarte lies sich nicht einmal in den dafür vorgesehenen Schlitz stecken. Eine elendlange Nummer muss erst frei gerubbelt werden, die nach einer anderen Nummer eingegeben werden muss und danach eine seltsame Verdrehung diverser Vorwahlen die ich fürs Nachhause telefonieren brauche. Der ca. 6 minütige Anruf hat mich 1000Yen gekostet, also ca 7,50€. Meine Mam versuchte auch schon seit geraumer Zeit mich anzurufen, scheinbar geht es andersrum nicht viel leichter.Nachdem dann alles erledigt war ging es nach Hause Abendessen, mal wieder von allem etwas, Miso Suppe mit Tofu und Gemüse, eine Schale Reis, eine Schüssel Salat, ein paar Streifen Schnitzel und ein paar Nudeln mit Sauce. Geduscht habe ich schon vor dem Essen, sodass ich nur noch Zähne putzen musste um mich endlich in mein „Zimmer“ verkriechen zu können. Es ist ein Zimmer im japanischen Stil mit Tatami Matten und einem Futon, sowie vielen Schiebetüren, die Frontseite lässt sich komplett zur Seite schieben, was auch gerne getan wird. Man hört auch jedes Geräusch, selbst das umblättern einer Zeitschrift kann ich momentan hören, deswegen beende ich hiermit meinen ersten Bericht bevor sie noch das zaghafte tippen von mir hören, ich bin ja auch wirklich schon verdammt müsse, ich hab praktisch 2 Tage lang durchgemacht und das unter Stress.

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

gegen aller erwartungen? was haben die denn gedacht, dass die leute ihre 500 euro tickets verfallen lassen und einfach nicht kommen? :)

schön dass du gut angekommen bist

bussi, mario

galaxia1409 hat gesagt…

koennte ja sein, dass einem etwas dawzischen kommt, krankheit oder aehnliches?