Mittwoch, 29. Juli 2009

Samstag-HARUJUKU


Heute bin ich auf um mir Harujuku und den gleich in der Nähe liegenden Yoyogi Park samst Schrein anzusehen.
Manch einer wird Harujuku vielleicht sogar ein Begriff sein, besonders wenn man die Musik (Clips) von Gewen Stefanie kennt bei denen eigentlich immer ihre Harujuku Girls mit ihren flippigen Outfits auftreten, diese Stylings sieht man hier in Harujuku wirklich überall, und die dazu passenden Shops gibt es hier natürlich auch.
Als ob mein Weg zur Schule nicht schon lang genug wäre (ne gute Stunde) fahre ich heute die Strecke noch weiter ab und steige dann auch noch in die Yamanote-Line (Tokyos Ringlinie) um. In Harujuku angekommen habe ich sofort eine lange Shopping-Fußgänger-Straße vor mir. Ich wollte zwar zuerst die Park-Tour machen, aber wenn ich schon da bin.
Die Straße schlängelte sich zwischen den verschiedensten Shops hindurch aus denen fast immer Musik und schreiende Verkäuferinnen zu hören ist. An Klamotten habe ich hier nichts gefunden, alles viel zu speziell und auch noch recht teuer, wie ich festgestellt habe.
Irgendwann bin ich dann auf einer größeren Straße gelandet auf der es auch einige der richtig großen, mehrstöckigen Shops gibt, darunter übrigens inzwischen auch ein H&M.
Es war verdammt viel los, kaum ein durchkommen in den Geschäften und meterlange Schlangen vor den Kassen, zum Glück hab ich mich da nicht anstellen brauchen.
Irgendwann gegen Mittag bin ich dann wieder beim Ausgangsbahnhof Harujuku gelandet und dort beschlossen nun mein Mittagessen im Park zu essen. Das Essen zu kaufen war ja kein Problem, aber wo bitte ist der Eingang zum Park??? Zu sehen ist er auf jeden Fall, aber mich und das Grünzeug trennten ein hoher Zaun und einige Bahngleise…
Ich lief also die Straße weiter entlang, irgendwo muss es ja einen Übergang oder eine Unterführung zum Park geben. Naja denkste…
Die Straße führe mich an der gesamten Länge des Parks vorbei und am Ende sogar noch weg davon. Durch viele kleine Gassen und einer Engelsgeduld bin ich dann irgendwo am anderen Ende des Parks gelandet und die Gegend kannte ich sogar schon. Als ich in Ueno war habe ich mich in diese Gegend verirrt. Nun aber hatte ich nun endlich die Gelegenheit den Park zu besuchen, gleich am Eingang steht ein großes hölzernes Toori und dahinter eine elend lange Allee durch einen Wald. Weit und Breit keine Sitzgelegenheit. Ich bin die ganze Allee entlang gelaufen und dieser Weg führte mich auf der anderen Seite der Bahngleise wieder zurück nach Harujuku…
Irgendwo auf diesem langen Weg gab es eine Abzweigung zum Schrein und dort bin ich gerade zur rechten Zeit angekommen, denn es fand wohl gerade eine Shintoistische Hochzeit statt und alle wurden zum Gruppen Foto hergerichtet. Eine Braut in einem mächtigen weißen Hochzeits-Kimono wurde heraus geführt und um sie herum wuselten einige Gehilfinnen um die lange Schleppe zu halten oder ihr sonst wie zu helfen. Muss ziemlich heiß gewesen sein in diesen Massen von Stoff und Brokat. Sie wurde auch ständig abgetupft damit sie ja perfekt aussieht auf den paar Fotos die gemacht wurden. Viele Touristen und Schaulustige, darunter auch ich, machten Fotos von dem Ganzen.
Als das Spektakel vorbei war ging ich weiter in den Schrein hinein und fand sogar ein paar nette Sitzplätze im Schatten. Perfekt, denk ich mir, und packe mein Essen endlich aus. Ich hatte es noch nicht einmal vollständig vom Plastik befreit, da kommt schon ein Wachbeamter und teilt mir mit, dass das Essen und Trinken (!) hier verboten ist, ich solle doch ins Bunkakan (wörtlich übersetzt eigentlich Kulturgebäude) gehen und dort essen.
Nun gut, ich packe also alles wieder ein und mache stattdessen Fotos von dem hübschen Schrein, aber direkt vorm Allerheiligtum durfte man auch das nicht machen. Nur kucken und Münzen rein werfen…
Der ganze Schein scheint dem Thema Liebe gewidmet zu sein, hier scheinen häufig Hochzeiten statt zu finden und bei den Omamoris (Glücksbringer und Schutzamulette) konnte man auch ein Liebes-Set kaufen, mit 2 Omamoris, eins für Ihn und eins für Sie. Hab ich übrigens gekauft *g*
Da ich schon ziemlich hungrig war (und Trinken wollte ich auch endlich) habe ich mich dann auf gemacht zu diesem fragwürdigen Bunkakan und nach einer scheinbaren Ewigkeit bin ich dort auch angekommen. Das betreffende Gebäude enthält ein Museum, ein Restaurant, einen Mitbringsel-Shop und einen „Rest-Room“ den ich dann auch Benutzte, bzw. habe ich mich draussen in den Schatten gesetzt. Kaum war ich beim Essen kam auch schon ein Spatz daher und hat den Nebentisch nach Essensresten abgesucht.
Die Spatzen hier tun mir wirklich Leid, die Japaner sind so ordentlich und reinlich, dass eigentlich selten irgendwas zu finden ist, daher ist auch die Zahl der Spatzen (aber auch die der Tauben) enorm gering im Gegensatz zu europäischen Verhältnissen.
Der kleine schlaue Spatz hat bemerkt, dass ich etwas Essbares bei mir habe und hat mich förmlich flehendlich angestarrt, diesen Blicken und zarten Annäherungsversuchen konnte ich nicht widerstehen und so habe ich ihm ein paar Krümel Reis zugeworfen, über die er sich eifrig hermachte und einen Teil davon sogar mitnahm, anscheinend gibt’s Nachwuchs. Bei jedem Besuch kam der kleine Näher ran, zum Schluss saß er sogar direkt auf meinem Tisch. Scheinbar bekommt er selten solch Aufmerksamkeit und Massen an Futter.
Im Shop habe ich dann auch noch ein paar günstige und lange haltbare Süßigkeiten gekauft, sowie einen Handyanhänger.
Ich habe mich dann wieder Richtung Ausgang bewegt und siehe da, beim anderen Eingang des Bahnhofes hätte es einen wunderschönen und eigentlich kaum zu übersehenden Eingang gegeben.
Ich bin dann wieder in die Shopping Gegend gelaufen und wenn ich dachte dass vorher viel los sei, dann hab ich jetzt kein Wort dafür was am Nachmittag da los war! Die Leute wurden am Eingang der Shops wie in einer übervollen Disco abgefertigt! Da hab ich mich erst gar nicht rein getraut!
Ich bin dann lieber weiter der breiten Straße gefolgt und schließlich in einer Gegend gelandet die vor Marken-Shops nur so platzt, Gucci, Versace, Armani und wie sie alle heißen haben hier riesige Stores, denn Japaner lieben Markendesigner, denen kann man keine billigen Fälschungen andrehen…
Da das nicht so meine Preisklasse ist bin ich mal einfach weiter gelaufen, laut meinem Plan müsste ich ja in Shibuya raus kommen. Naja, nach vielen vielen Umwegen, bei denen ich schon mit wehen Füßen halb verzagte, bin ich sogar in Shibuya gelandet. Aber nach shoppen war mir da schon nicht mehr.
Dummerweise ist Shibuya riesig und sehr beliebt, viele kennen sicher das Bild Japans von den riesigen Kreuzungen, auf denen alle Kreuz und Quer laufen und rundherum nur riesige Kaufhäuser, blinkende Reklametafeln usw. Das ist Shibuya!
Ich bin nur in ein Kaufhaus gegangen und das eher auf der Suche nach einer Toilette und einem Pricora Automaten.
Als ich dann meinen Bahnhof gesucht habe, hab ich mich fast noch mal verirrt, denn hier hat jede Linie seinen Eigenen Bahnhof, getrennt von den anderen. So musste ich erst den von der JR Linie suchen, der die Yamanote Linie sowie meine Heimlinie die Sobu-Linie betreibt.
Die Heimfahrt war wahnsinnig lang, ich war fast 2 Stunden unterwegs, denn ich hab wohl den reinsten Bummelzug erwischt, der ständig auf andere Züge wartete und dann auch nur bis Tsudanuma fuhr. Dort musste ich auf den nächsten warten, der bis Chiba und damit auch bis zu meiner Station (Inage) fährt.
In Inage habe ich dann wie immer meine Gastfamilie angerufen, aber es ist mal wieder niemand ran gegangen. In solchen Fällen gebe ich ihnen 1 Stunde Zeit und dann komm ich eben nachhause. In der Zwischenzeit habe ich im Kaufhaus meines Vertrauens (Saty) noch ein paar Kleinigkeiten erworfen. Darunter ein dickes Kochbuch mit Bento-Rezepten (total günstig!) und 4 wunderhübsche Schalen im 100Yen Shop (die sind zwar Made in China, aber das muss ja niemand wissen).
Als die Stunde vergangen ist lief ich schwer bepackt nach Hause um dort festzustellen, dass niemand da ist.
Für solche Fälle gibt es im Vorraum zum Glück 2 Sofas auf denen ich es mir bequem machte (sogut das halt geht wenn die eine Lehne haben, die mir nur bis zum halben Rücken reicht).
Ich habe eine ganze dreiviertel Stunde gewartet bis die endlich antanzten und sich wenigstens reumütig entschuldigten.
Zum Abendessen gabs dann schnell gemachte Yakisoba (gebratene Nudeln mit Fleisch, Gemüse oder was einem sonst schmeckt). Danach schnell ins Bad und ins Bett, verdammt spät geworden!

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