Heute bin ich mal richtig spät aufgestanden, die Kinder waren schon beim Frühstück und haben an ihrem Kukuruz geknabbert, wie die Mäuschen…
Ich hab einen Beagle bekommen, mit einer dicken Scheibe Wurst und einem seltsamen Aufstrich, war aber ganz lecker und sättigend.
Dann bin ich recht schnell Richtung Bahnhof abgedüst, habe mir noch im 100 Yen Kombini einen Apfel und ein Yakult ähnliches Getränk gekauft und bin dann nach Asakusabashi gefahren. Eigentlich müsste ich dort umsteigen und noch 2 Stationen bis Asakusa fahren, aber ich bin die Strecke lieber gelaufen, so habe ich wenigstens die vielen Geschäfte auf dem Weg gesehen und auch ein paar Kleinigkeiten gekauft. Dazwischen habe ich auch halt gemacht und meinen Apfel gegessen, aber so richtige Sitzbänke, wie es sie bei uns eigentlich überall gibt sucht man in Tokyo vergeblich, da musste dann eine Grünzonen Begrenzung als Sitzgelegenheit herhalten.
Ich bin der Straße weiter gefolgt bis ich auf dem Boden eine eingelassene Platte sah, die als Wegweiser für die Tempelbesucher dient, jedoch nur für die Japanisch sprechenden, in Englisch steht hier nirgends etwas.
Irgendwann bin ich dann auch auf eine Art Park gestoßen in dem es von kleineren Tempeln nur so wimmelt, im Hintergrund habe ich noch so ein großes eingerüstetes Gebäude gesehen, mir aber nichts dabei gedacht, bis ich merkte, dass alle Leute dorthin strömen. Also habe ich mich mal mitschwemmen lassen und habe das riesige Gebäude betreten. Selbiges stellte sich als Tempel heraus, und der Größe nach zu schließen ist es DER Tempel Asakusa. Und gerade dann wenn ich ihn sehen will muss er die reinste Baustelle sein!
Auf der anderen Seite befanden sich dann die zahlreichen Shops die Omamoris (Glücksbringer) und viele viele andere Sachen verkaufen. In meinem Tokyo Führer stand eigentlich drinnen, dass es vorm Tor eine lange Einkaufsstraße gibt, aber es ist eigentlich das reinste Einkaufsviertel in dem man sich fast schon verirren kann. Dort tummeln sich auch einige Gaikokojins (Ausländer) die wohl ziemlich übers Ohr gehauen werden bei den Preisen. Ich habe Postkarten um mehr als 200 Yen gesehen, ich hab nur 80Yen gezahlt, die Zahlreichen Handyanhänger sind hier auch doppelt so teuer wie anderswo, Fächer haben auch die reinsten Wucherpreise, ganz zu schweigen davon, dass den Touristen hier Polyester „Kimonos“ (höchstens als Bademantel im Sommer tauglich) um Wucherpreisen von bis zum 10 000Yen angedreht werden, dabei findet man nur ein paar Gassen weiter im Kaufhaus echte Sommerkimonos und Yukatas mit Obis um 4 000Yen.
Daher bin ich nun stolze Besitzerin zweier Yukatas und eines Obis nur die passenden Schuhe dafür konnte ich nirgends in meiner Größe auftreiben. Ich habe jedoch 3 ältere Frauen gesehen, die im Yukata unterwegs waren und sich scheinbar wenig darum kümmern, dass ihnen die Schuhe gute 2 Größen zu klein sind.
Irgendwann war ich dann so ziemlich alles durch, habe alle Tempel und Tore gesehen (Kaminari-Mon ist hier das berühmteste) und war auch schon so angepackt, dass ich mich langsam auf den Rückweg gemacht habe. Ich bin die Strecke zwischen Asakusa und Asakusabashi wieder gelaufen, jedoch weitaus langsamer als zu Anfang. Bei der Station habe ich dann „günstige“ Marillen gesehen, die so verlockend prall und lecker ausgesehen haben, dass ich sie auch noch mitgenommen habe. Ich wollte dann noch eine Station zu Fuß laufen, sieht ja nie weit aus wenn man mit dem Zug fährt, aber ich habe übersehen dass zwischen Asakusabashi und der nächsten Station (Ryogoku) ein riesiger Fluss fließt. Ich musste also erstmal eine Brücke finden, die auch Fußgänger befördert, aber schlussendlich bin ich auf der anderen Seite angelangt und habe auch ohne Probleme die Station gefunden. Ich hätts mir nur leider sparen können, denn es kam mir keinen Deut günstiger und Shops habe ich auf der Strecke auch keine gesehen. Dafür ein Fugu Restaurant, die lebende Fugus in der Auslage hat und gleich daneben das Plakat wie sie nach der Verarbeitung aussehen…
In meinem Heimatbahnhof habe ich dann die 3 Italiener getroffen, die vor einem Kombini herum lungerten, gemacht haben sie nicht wirklich was, sie warten nur auf irgendeinen Gastvater, der ihnen ein Sauflokal zeigen will. Ganz toll, ich weiß ja warum ich die nicht mag.
Ich bin dann noch in ein Kaufhaus in der Nähe gegangen und habe mir ein Manga Zasshi (Telefonbuch-dicke Manga- Zeitschrift, in der Monatlich einzelne Kapitel verschiedener Mangas abgedruckt werden) gekauft, damit ich auch was zum lesen habe.
Ich dachte eigentlich ich hätte ein Shonen-Ai Zasshi erwischt, aber er war ein „normales“ romanisches Zasshi, aber ich hätte schwören können, dass die 2 abgebildeten Personen auf dem Cover Jungs sind…
Daheim gab’s dann zum Abendessen mal was leckeres, eine Art Curry ohne Curry, aber mit Fleisch in Sauce mit Pilzen und das ganze auf Reis. War wirklich lecker.
Meine Gastfamilie hat sich dumm und dämlich gelacht, als ich ihnen den schönen eingerüsteten Tempel gezeigt habe, dabei hätte ich ihn wirklich gerne gesehen, der hat ja riesig ausgesehen. Wenn man bedenkt wie alt die Tempel alle sind und wie die das damals alles geschafft haben, wirklich beeindruckend.
Nachdem ich im Bad war ist meine Gastmutter alleine fort gegangen, soweit ich das verstanden habe geht sie mit Freunden Abendessen, ich war ca. eine halbe Stunde alleine mit den Kindern bis der Gastvater endlich kam. Die 3 sind ja niedlich, aber doch ziemlich anstrengend.
Einerseits sind sie sehr gut erzogen, laufen nie über die Straße, schreien wenig herum und machen erstaunlich wenig Dreck. Aber andererseits laufen sie beim Essen ständig herum und können nicht ruhig sitzen. Sprechen mit vollen Mund und halten nicht die Klappe wenn die Mutter telefoniert.
Die Mittlere wird hin und wieder von der Mutter aufgefordert mit irgendwas zu sagen (wahrscheinlich damit sie lockerer wird) aber sie radelt nur ihren Text runter und fertig. Dabei schaut sie irgendwie sehnsüchtig wenn ich mit den anderen beiden herum albere, sie kitzle oder so mit ihnen rede.
Satsuki (die Jüngste) und Mizuki (die Älteste) haben heute sogar meine Taschen genommen als ich heim kam und haben sie in mein Zimmer getragen, wahrscheinlich eh nur um reinzukucken, aber trotzdem total süß.
Achja, das Matsuri (Fest) hier in Inage ist erst am 14. und 15. ich habe mich also mit dem Datum vertan!
Morgen möchte ich in die Stadt rein fahren, also nach Chiba. Meine Gastmutter hat mir 3 Kaufhäuser in der Nähe des Bahnhofes empfohlen, aber ich hab ja den ganzen Tag Zeit, ich werd sicher noch mehr sehen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen