Mittwoch, 29. Juli 2009
Sonntag -Shibuya
Heute bin ich wieder Richtung Shibuya aufgebrochen, das ich mir gestern wirklich nur unzureichend angesehen habe.
Von meiner Gastmutter habe ich sogar mal wieder den Schlüssel bekommen, da sie heute Abend auf ein Matsuri gehen und wohl wieder spät nach hause kommen.
Die Fahrt nach Schibuya dauerte ewig lange, aber als ich da war, war schon die Hölle los. Beim auschecken beim Bahnhof befinden sich eigentlich zahlreiche Schranken und da die meisten wie ich eine Suica Karte haben, klappt das auschecken sogar recht rasch. Trotzdem bildeten sich dort lange Warteschlangen, die zum Glück jedoch rasch voran gingen.
In Shibuya selbst war aber auch schon verdammt viel los, ich habe viele Kaufhäuser besucht, darunter das flippige, an Jugendlichen orientierte Shibuya 109, das eher konservative Seibu, das interessante Loft, bei dem sie eine ganze Ecke voll mit Bento - Boxen und deren Zubehör befindet, die Preise jedoch recht hoch sind, die meisten Sachen habe ich schon mal woanders günstiger gesehen.
An einer der Straßen habe ich sogar ein paar „Sitzgelegenheiten“ gesehen, aber als ich mit meinem Mittagessen dorthin wollte bin ich mal wieder in der Pampa gelandet und hab mich dann auf ein paar Stufen im Schatten nieder gelassen.
Shibuya ist grundsätzlich verdammt groß, mit vielen großen Einkaufsstraßen, aber auch kleinen verwinkelten Gassen, aber ehe man es sich versieht ist man auch schon mal draußen aus der Einkaufszone, wie mir das heute 2 mal passiert ist.
Ich habe ein paar Kleinigkeiten eingekauft, darunter aber auch ein wunderhübscher rosefarbener Sonnenschirm, den ich mit Sicherheit hier noch oft brauchen werde.
Momentan ist es wirklich sehr heiß und sonnig in Tokyo und das bei einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit!
Da ich heute nur in Shibuya herum gelaufen bin haben mir die Füße heute nicht soo weh getan wie gestern, daher bin ich sogar recht lange in Shibuya geblieben, aber irgendwann will natürlich auch ich wieder heim. Auf der langen Heimfahrt habe ich ein wenig gedöst, die Zeit scheint so wirklich sehr viel schneller zu vergehen. In Inage habe ich meine Gastmutter, wie gewünscht angerufen, wozu ist mir jedoch ein Rätsel, wenn ich doch eh den Schlüssel habe?
Ich habe mich dann noch ein wenig bei Saty (dem Einkaufszentrum beim Bahnhof) umgesehen und sogar noch ein kleines Mitbringsel gekauft.
Um 21:20 Uhr war ich dann daheim, von der Gastfamilie noch keine Spur, aber am Tisch stand ein Teller auf meinem Platz, den ich jedoch erst nach der Abendlichen Dusche überhaupt bemerkt habe.
Die Gastfamilie ist dann erst gegen 22 Uhr heim gekommen, mit sehr vielen Goldfischen, die man bei den meisten Matsuris hier bei einem kleinen Spiel fangen und gewinnen kann.
Die Gastmutter ist noch eine Ewigkeit aufgeblieben, hat ferngesehen und auf ihren Mann gewartet, aber kaum war der da, ist sie schlafen gegangen. Sehr seltsam.
Link zum Fotoalbum:
http://picasaweb.google.com/galaxia1409/Japan09
Samstag-HARUJUKU
Heute bin ich auf um mir Harujuku und den gleich in der Nähe liegenden Yoyogi Park samst Schrein anzusehen.
Manch einer wird Harujuku vielleicht sogar ein Begriff sein, besonders wenn man die Musik (Clips) von Gewen Stefanie kennt bei denen eigentlich immer ihre Harujuku Girls mit ihren flippigen Outfits auftreten, diese Stylings sieht man hier in Harujuku wirklich überall, und die dazu passenden Shops gibt es hier natürlich auch.
Als ob mein Weg zur Schule nicht schon lang genug wäre (ne gute Stunde) fahre ich heute die Strecke noch weiter ab und steige dann auch noch in die Yamanote-Line (Tokyos Ringlinie) um. In Harujuku angekommen habe ich sofort eine lange Shopping-Fußgänger-Straße vor mir. Ich wollte zwar zuerst die Park-Tour machen, aber wenn ich schon da bin.
Die Straße schlängelte sich zwischen den verschiedensten Shops hindurch aus denen fast immer Musik und schreiende Verkäuferinnen zu hören ist. An Klamotten habe ich hier nichts gefunden, alles viel zu speziell und auch noch recht teuer, wie ich festgestellt habe.
Irgendwann bin ich dann auf einer größeren Straße gelandet auf der es auch einige der richtig großen, mehrstöckigen Shops gibt, darunter übrigens inzwischen auch ein H&M.
Es war verdammt viel los, kaum ein durchkommen in den Geschäften und meterlange Schlangen vor den Kassen, zum Glück hab ich mich da nicht anstellen brauchen.
Irgendwann gegen Mittag bin ich dann wieder beim Ausgangsbahnhof Harujuku gelandet und dort beschlossen nun mein Mittagessen im Park zu essen. Das Essen zu kaufen war ja kein Problem, aber wo bitte ist der Eingang zum Park??? Zu sehen ist er auf jeden Fall, aber mich und das Grünzeug trennten ein hoher Zaun und einige Bahngleise…
Ich lief also die Straße weiter entlang, irgendwo muss es ja einen Übergang oder eine Unterführung zum Park geben. Naja denkste…
Die Straße führe mich an der gesamten Länge des Parks vorbei und am Ende sogar noch weg davon. Durch viele kleine Gassen und einer Engelsgeduld bin ich dann irgendwo am anderen Ende des Parks gelandet und die Gegend kannte ich sogar schon. Als ich in Ueno war habe ich mich in diese Gegend verirrt. Nun aber hatte ich nun endlich die Gelegenheit den Park zu besuchen, gleich am Eingang steht ein großes hölzernes Toori und dahinter eine elend lange Allee durch einen Wald. Weit und Breit keine Sitzgelegenheit. Ich bin die ganze Allee entlang gelaufen und dieser Weg führte mich auf der anderen Seite der Bahngleise wieder zurück nach Harujuku…
Irgendwo auf diesem langen Weg gab es eine Abzweigung zum Schrein und dort bin ich gerade zur rechten Zeit angekommen, denn es fand wohl gerade eine Shintoistische Hochzeit statt und alle wurden zum Gruppen Foto hergerichtet. Eine Braut in einem mächtigen weißen Hochzeits-Kimono wurde heraus geführt und um sie herum wuselten einige Gehilfinnen um die lange Schleppe zu halten oder ihr sonst wie zu helfen. Muss ziemlich heiß gewesen sein in diesen Massen von Stoff und Brokat. Sie wurde auch ständig abgetupft damit sie ja perfekt aussieht auf den paar Fotos die gemacht wurden. Viele Touristen und Schaulustige, darunter auch ich, machten Fotos von dem Ganzen.
Als das Spektakel vorbei war ging ich weiter in den Schrein hinein und fand sogar ein paar nette Sitzplätze im Schatten. Perfekt, denk ich mir, und packe mein Essen endlich aus. Ich hatte es noch nicht einmal vollständig vom Plastik befreit, da kommt schon ein Wachbeamter und teilt mir mit, dass das Essen und Trinken (!) hier verboten ist, ich solle doch ins Bunkakan (wörtlich übersetzt eigentlich Kulturgebäude) gehen und dort essen.
Nun gut, ich packe also alles wieder ein und mache stattdessen Fotos von dem hübschen Schrein, aber direkt vorm Allerheiligtum durfte man auch das nicht machen. Nur kucken und Münzen rein werfen…
Der ganze Schein scheint dem Thema Liebe gewidmet zu sein, hier scheinen häufig Hochzeiten statt zu finden und bei den Omamoris (Glücksbringer und Schutzamulette) konnte man auch ein Liebes-Set kaufen, mit 2 Omamoris, eins für Ihn und eins für Sie. Hab ich übrigens gekauft *g*
Da ich schon ziemlich hungrig war (und Trinken wollte ich auch endlich) habe ich mich dann auf gemacht zu diesem fragwürdigen Bunkakan und nach einer scheinbaren Ewigkeit bin ich dort auch angekommen. Das betreffende Gebäude enthält ein Museum, ein Restaurant, einen Mitbringsel-Shop und einen „Rest-Room“ den ich dann auch Benutzte, bzw. habe ich mich draussen in den Schatten gesetzt. Kaum war ich beim Essen kam auch schon ein Spatz daher und hat den Nebentisch nach Essensresten abgesucht.
Die Spatzen hier tun mir wirklich Leid, die Japaner sind so ordentlich und reinlich, dass eigentlich selten irgendwas zu finden ist, daher ist auch die Zahl der Spatzen (aber auch die der Tauben) enorm gering im Gegensatz zu europäischen Verhältnissen.
Der kleine schlaue Spatz hat bemerkt, dass ich etwas Essbares bei mir habe und hat mich förmlich flehendlich angestarrt, diesen Blicken und zarten Annäherungsversuchen konnte ich nicht widerstehen und so habe ich ihm ein paar Krümel Reis zugeworfen, über die er sich eifrig hermachte und einen Teil davon sogar mitnahm, anscheinend gibt’s Nachwuchs. Bei jedem Besuch kam der kleine Näher ran, zum Schluss saß er sogar direkt auf meinem Tisch. Scheinbar bekommt er selten solch Aufmerksamkeit und Massen an Futter.
Im Shop habe ich dann auch noch ein paar günstige und lange haltbare Süßigkeiten gekauft, sowie einen Handyanhänger.
Ich habe mich dann wieder Richtung Ausgang bewegt und siehe da, beim anderen Eingang des Bahnhofes hätte es einen wunderschönen und eigentlich kaum zu übersehenden Eingang gegeben.
Ich bin dann wieder in die Shopping Gegend gelaufen und wenn ich dachte dass vorher viel los sei, dann hab ich jetzt kein Wort dafür was am Nachmittag da los war! Die Leute wurden am Eingang der Shops wie in einer übervollen Disco abgefertigt! Da hab ich mich erst gar nicht rein getraut!
Ich bin dann lieber weiter der breiten Straße gefolgt und schließlich in einer Gegend gelandet die vor Marken-Shops nur so platzt, Gucci, Versace, Armani und wie sie alle heißen haben hier riesige Stores, denn Japaner lieben Markendesigner, denen kann man keine billigen Fälschungen andrehen…
Da das nicht so meine Preisklasse ist bin ich mal einfach weiter gelaufen, laut meinem Plan müsste ich ja in Shibuya raus kommen. Naja, nach vielen vielen Umwegen, bei denen ich schon mit wehen Füßen halb verzagte, bin ich sogar in Shibuya gelandet. Aber nach shoppen war mir da schon nicht mehr.
Dummerweise ist Shibuya riesig und sehr beliebt, viele kennen sicher das Bild Japans von den riesigen Kreuzungen, auf denen alle Kreuz und Quer laufen und rundherum nur riesige Kaufhäuser, blinkende Reklametafeln usw. Das ist Shibuya!
Ich bin nur in ein Kaufhaus gegangen und das eher auf der Suche nach einer Toilette und einem Pricora Automaten.
Als ich dann meinen Bahnhof gesucht habe, hab ich mich fast noch mal verirrt, denn hier hat jede Linie seinen Eigenen Bahnhof, getrennt von den anderen. So musste ich erst den von der JR Linie suchen, der die Yamanote Linie sowie meine Heimlinie die Sobu-Linie betreibt.
Die Heimfahrt war wahnsinnig lang, ich war fast 2 Stunden unterwegs, denn ich hab wohl den reinsten Bummelzug erwischt, der ständig auf andere Züge wartete und dann auch nur bis Tsudanuma fuhr. Dort musste ich auf den nächsten warten, der bis Chiba und damit auch bis zu meiner Station (Inage) fährt.
In Inage habe ich dann wie immer meine Gastfamilie angerufen, aber es ist mal wieder niemand ran gegangen. In solchen Fällen gebe ich ihnen 1 Stunde Zeit und dann komm ich eben nachhause. In der Zwischenzeit habe ich im Kaufhaus meines Vertrauens (Saty) noch ein paar Kleinigkeiten erworfen. Darunter ein dickes Kochbuch mit Bento-Rezepten (total günstig!) und 4 wunderhübsche Schalen im 100Yen Shop (die sind zwar Made in China, aber das muss ja niemand wissen).
Als die Stunde vergangen ist lief ich schwer bepackt nach Hause um dort festzustellen, dass niemand da ist.
Für solche Fälle gibt es im Vorraum zum Glück 2 Sofas auf denen ich es mir bequem machte (sogut das halt geht wenn die eine Lehne haben, die mir nur bis zum halben Rücken reicht).
Ich habe eine ganze dreiviertel Stunde gewartet bis die endlich antanzten und sich wenigstens reumütig entschuldigten.
Zum Abendessen gabs dann schnell gemachte Yakisoba (gebratene Nudeln mit Fleisch, Gemüse oder was einem sonst schmeckt). Danach schnell ins Bad und ins Bett, verdammt spät geworden!
Dienstag, 21. Juli 2009
Tag des Meeres
Heute ist ein Feiertag in Japan, der Tag des Meeres, ich hab also heute keine Schule und kann mich ein wenig in meiner Gegend umsehen.
Meine Gastfamilie hat heute in aller Frühe (na gut es war fast 9 Uhr) an meine Schiebetür geklopft und mir mitgeteilt, dass sie heute nach Disneyland fahren, ob ich nicht mitkommen wollen würde?
Nun ist es ja so, dass ich als Kind immer schon nach Disneyland wollte, wie so ziemlich jedes Kind, aber dieses Bedürfnis hat sich inzwischen gelegt und selbst wenn ich hinfahren wollen würde, wäre mir alleine sicher lieber als mit einer Horde kleiner Kinder…
Die Gastmutter meinte außerdem, dass es sehr spät werden würde und dass sie auswärts zu Abend essen würden und drückte mir daraufhin einen 1000Yen Schein (ca. 7-8€) in die Hand, ich solle mir was kaufen oder selbst essen gehen. Außerdem gab sie mir endlich den Schlüssel, damit ich nachhause kann ohne auf sie warten zu müssen. Mizuki hat mir noch detailliert erklärt wie man eine Tür aufsperrt und dann sind sie schon alle weg.
Mein Frühstück stand am Tisch, 2 kleine Onigiris in Plastikfolie und Tee.
Der Gastvater war noch zuhause, meinte aber er würde um kurz nach 9 Uhr das Haus verlassen. Ich aß also mein karges Frühstück und machte mich alsbald auf den Weg.
Ich war in der Früh noch unentschlossen wo es hingehen soll habe mich dann aber für Kameido und Kinshicho entschieden. Die Idee dazu stammt aus meinem kleinen Tokyo Führer, der wirklich sehr zu empfehlen ist.
Kameido liegt passender weise auf meiner Pendlerroute, ich muss also nicht einmal extra Fahrkarten bezahlen.
In Kameido angekommen verschlägt es mich jedoch sogleich in die umliegenden Kaufhäuser, aber leider habe ich nichts passendes gefunden, dafür aber einen schönen Supermarkt bei dem ich mich mit Essen eindeckte, denn in den Gegenden um die Tempel und Schreine gibt es eigentlich gar keine Kombinis.
Von den vielen eingezeichneten Tempel habe ich aber nur ein paar gefunden, aber zum Glück habe ich den großen, Namensgebenden Tempel gefunden, den Schildkröten Schrein. Schildkröten sind in Japan eines der Glückstiere, die verheißen ein langes und gesundes Leben. Daher wimmelte es in den Gewässern dieses Schreins nur so von Schildkröten, die sich auf den heißen Steinen in der Sonne räkelten.
Ich habe heute sogar eine kleine Bäckerei gefunden, die Brötchen und Torten in Schildkrötenform herstellt (siehe Bilder).
Vor einem großen Einkaufscenter habe ich dann mein üppiges Mahl verspeist und wurde dabei von den vielen herumlaufenden Kindern mit großen Augen angestarrt. Ich bin eine echte Attraktion hier, ein alter Mann ist sogar mit offenem Mund an mir vorbei gelaufen, starrte mich an und murmelte dann noch irgendwas hinter mir.
Im großen und ganzen war ich heute nicht so begeisterungsfähig wie an den vergangenen Tagen, deswegen bin ich heute auch relativ früh wieder nachhause gefahren. Um 6 Uhr war ich daheim und wie erwartet war außer mir keiner da. Ich konnte in Ruhe duschen und es mir „gemütlich machen“. Wobei ich anmerken muss, dass ich das letzte Mal im Flugzeug gemütlich gesessen bin.
Ich bin sogar zeitig ins Bett gegangen, so gegen 9 Uhr, die Gastfamilie ist jedoch weitaus später nachhause gekommen und hat einen dementsprechenden Krach gemacht.
Sonntag- UENO TIERGARTEN
Heute bin ich wieder relativ spät aufgestanden, die kleine Satsuki hatte heute Nacht wohl Alpträume und hat ein paar mal gejammert und geweint, und bei den Wänden hört man das ja sofort.
Doch als ich dann aus meinem Zimmer kam war meine Gastmutter noch mit der täglichen Wäsche beschäftigt und nach Frühstück sahs noch lang nicht aus. Ich hab dann also mit dem Kindern ferngesehen, meine Sachen hergerichtet und dann gabs endlich ein paar Onigiri und Omlett japanischer Art.
Ich bin keinen Augenblick länger geblieben als nötig und dann ganz schnell Richtung Bahnhof davon geflitzt. Da ich aber die Haare heute morgen wirklich sehr schön hochgesteckt habe wollte ich noch eine Runde Pricora machen, solang ich noch frisch aussehen ;) Vormittags ist wenigstens nicht so viel los.
Danach gings aber noch zum günstigen Kombini um meine Obstration mitzunehmen.
Im Zug war heute sogut wie gar nichts los, jeder hat einen Platz gefunden. Ich bin nur bis Akihabara gefahren, dort musste ich in die Yamanote-Linie umsteigen. Von Akihabara sind es nur 2 Stationen bis Ueno!
In Ueno sind dann auch wirklich viele Leute ausgestiegen, alle scheinbar auf dem Weg zum Zoo. Und dort will ich ja heute auch hin. 600Yen kostete der Eintritt für einen Erwachsenen, Eintrittskarten konnte man an Automaten ziehen oder zu einem Schalter gehen. Ich habe den Schalter gewählt, der versucht wenigstens nicht englisch mit mir zu sprechen. Es ist wirklich unglaublich wie hartnäckig die Japaner da zum Teil sind, obwohl man japanisch mit ihnen redet versuchen sie es weiter mit einem unverständlichen englisch, das echt niemand versteht.
Ich hätte mir irgendwo vorher in einem Kombini etwas großes zu Trinken kaufen sollen, denn im Zoo selbst gab es zwar viele Automaten, aber die wollen einem nur Becherweise die Getränke zu überteuerten Preisen unterjubeln. Aber irgendwas muss man ja trinken!
Es gab zwar auch eine Cafeteria, aber die hatte nur 4 verschiedene Arten von Curryreis im Angebot, sowie Eis.
Der Zoo selbst ist grundsätzlich sehr schön angelegt, aber die Gehege sind eindeutig zu klein und viele Tiere werden nur Einzelnd oder zu Zweit gehalten. Den Tieren ist allen die enorme Hitze anzusehen und das bisschen Wasser das sie haben sieht immer nach einer lauwarmen Brühe aus. Selbst die Pinguine ziehen den Schatten dem Wasser vor, nur hin und wieder hüpfte mal einer ins Wasser um sich ein bisschen feucht zu machen.
Der Zoo ist in 2 Teile geteilt, die nur durch einen Weg und einer Monoline verbunden ist. Das Benutzen des Einschienenzuges kostet aber noch mal 150 Yen und dafür kriegt man wahrscheinlich nichtmal einen Sitzplatz in dem überfüllten Zug. Die Stecke konnte man zu Fuß aber auch innerhalb von 10 Minuten zurück legen, was viele auch gemacht haben.
Auf der anderen Seite befindet sich unter anderem auch ein schöner See mit vielen Seerosen und ein paar kleinen Sandbänken auf denen sich einige Wasservögel tummelten. Bedauerlicherweise ist genau gegenüber des Sees die Gehege der Wasservögel, die alle traurig zum erfrischenden See geschaut haben und ihre eigene Brühe nicht angeschaut haben.
Ich hab dann dummerweise die Ausgänge verwechselt und bin dann mitten auf der Straße gelandet und nicht wie geplant in der Nähe der vielen Tempel die es hier auch irgendwo geben soll. Stattdessen war ich scheinbar in einer reinen Wohngegend, sehr schöne Gegend übrigens. Nur ein einziger Kombini war hier in der Nähe, aber dort kaufte ich dann eben mein Mittagessen. Ein paar Soba Nudeln, sowie eine kleine Bento-Box mit 4 kleinen Onigiri, einem Stück Fleisch und Omlett. Direkt vor einem Hochhausartigem Wohnhaus gab es ein paar Sitzplätze, die ich schnell in Beschlag nahm um dort zu essen. Dummerweise kam genau da ein starker Wind auf, oder er wurde vom Hochhaus erzeugt. Auf jeden Fall viel das Essen hierbei relativ schwer und ich blieb nicht länger als nötig.
Stattdessen habe ich mich auf die Suche nach den Tempeln gemacht, die mussten ja irgendwo sein. Ich ging also die Straße entlang, doch ich konnte nirgends abbiegen, überall waren nur die Aussenmauern des Zoos. Noch dazu schlängelte sich der Weg immer weiter nach oben und die Straße wurde immer schmaler. Ich wollte schon wieder umkehren, aber in der anderen Richtung sieht ja vielleicht auch nicht besser aus? Ich habs dann doch wirklich geschafft wieder zum normalen Park zu kommen und habe dann auch 2 Tempel besucht, einer davon war in Renovierungsarbeiten und komplett eingerüstet.
Da der Zoo und der Park um 17 Uhr schließen habe ich mich nach einer langen Verschnaufpause auf den Weg zum Bahnhof Ueno gemacht.
Ich bin ohne Umwege nach Hause gefahren, aber ich wollte mir noch das Kaufhaus in der Nähe ansehen, das letztens noch zu hatte als ich vorbei kam. Im dritten Stock befand sich dann der große 100Yen Shop von dem meine Gastmutter gesprochen hat, aber sehr überzeugt bin ich nicht davon. Ich habe nicht wirklich etwas hübsches gefunden, nur einen Futomaki-Maker und ein Onigiri-Maker-Set (Herzform und Sakuraform).
Als ich dann die Gastmutter anrief, hob mal wieder niemand ab. Deswegen bin ich noch zum Kaufhaus in der Nähe des Bahnhofes gegangen und hab dort mein Getränk ausgetrunken und ein kleines Süßkartoffelbrötchen, das ich zu Mittag auch gekauft hatte. Dann habe ich mir noch 1 Liter Vitaminsaft gekauft und bin auf gut Glück nachhause gelaufen. Auf dem halben Weg hat mich mein Gastvater eingeholt, also musste ich diesmal wenigstens nicht warten.
Die Kinder waren schon zuhause und haben gerade zu Abend gegessen, aber die Gastmutter war nicht da, hat die kleinen einfach allein gelassen.
Mizuki hat mir ganz wie eine Große meinen Teller gefüllt und mit Suppe gebracht. Es gab heute Fleischstückchen in Sauce, Brokkoli, einen Misch-Masch aus Spinat und Thunfischaufstrich sowie Reis und Misosuppe.
Nachdem ich mir unter der Sitzdusche (siehe Fotos) den Schmutz des Tages abgewaschen habe, erreichte mich wieder ein Anruf. Naja, eigentlich hat der Gastvater abgehoben und anscheinend aufgrund des japanischen Textes den ich meiner Mam aufgeschrieben habe angenommen das wäre jemand der Japanisch spricht. Beim zweiten Anlauf hats dann aber funktioniert ;) Diesmal war es ein richtiges Gruppentelefonat und noch dazu vom Handy aus, das wird sicher teuer werden!!!!
Samstag- TOKYO+SHINJUKU
Heute habe ich mal bis halb 9 Uhr ausschlafen können, anscheinend waren die Kinder vom täglichen lange aufbleiben doch ziemlich erschöpft und schliefen heute mal auch länger als sonst.
Das Frühstück war heute eher karg, eine dicke Scheibe Toast, 2 Kirschtomaten und ein seltsames Püree mit Maisstückchen.
Ich bin dann auch schon um halb 10 Uhr gegangen, und die Kinder haben sich auch schon für ihr Wochenendprogramm fertig gemacht. Anscheinend beginnen bei den Kindern auch bald die Sommerferien, aber die Mutter hat die Kinder scheinbar zu einer Sommer-Lern-Schule angemeldet, zumindest hab ich diverse Zetteln am Tisch herum liegen sehen.
Heute gings auf nach Tokyo, nicht dass ich nicht jeden Tag in Tokyo bin, aber heute wollte ich mal zum Tokyo Hauptbahnhof, zu meinem Glück fährt ein Expresszug von meiner Station aus direkt nach Tokyo. Ich war mir unsicher, wie das mit meiner Sucia Karte (Bahn-Wertkarte) funktioniert, denn meine Gastmutter hat mir eine Pendlerkarte beschafft, die eigentlich nur zwischen meinem Heimatbahnhof (Inage) und dem Bahnhof in der Nähe der Schule (Suidobashi) gültig ist. Der Zug nach Tokyo biegt aber irgendwo auf der Strecke ab. Daher habe ich versucht an einem der Automaten ein Zusatzticket zu bekommen, aber irgendwie hat das nicht so geklappt. Ich bin also auf gut Glück gefahren.
Der Expresszug ist leider immer sehr voll und auf einen Sitzplatz habe ich diesmal vergeblich gewartet. Die Fahrt dauerte jedoch nur 35 Minuten, war also nicht so tragisch.
An der Endstation Tokyo angekommen bin ich mal einfach der Menschenmasse gefolgt. 2 Rolltreppen weiter oben war dann die große Halle, in der es zuging wie in einem Ameisenhaufen, tausende Menschen wuselten da herum auf der Suche nach ihrem Bahnsteig. Ich weiss nicht wie viele es hiervon gibt, aber ich habe Wegweiser zu Gleisen weit über 20 gesehen. Auch der Shinkansen (Japanischer Hyperexpresszug) fährt hier. Da am Montag ein Feiertag ist sind heute wohl sehr viele Leute von hier aus auf Kurzurlaub gefahren, zumindest habe ich etliche Leute mit Koffern gesehen.
Der Bahnhof Tokyo ist wirklich verdammt riesig, als ich endlich die Auscheck-Schalter erreicht habe und meine Suica Karte über den Sensor hielt wurde ich leider nicht durchgelassen. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Ich musste also zu einem der Schalter bei denen man nachzahlen kann. Dort konnte ich dann endlich ein allgemeines „Konto“ auf der Karte eröffnen, das auch ausserhalb meiner Pendlerstrecke gültig ist. Ich habe jedoch jediglich 1000 Yen (ca. 7-8€) rauf geladen. Die Fahrt nach Tokyo hat mich deshalb nur 130 Yen extra gekostet. Nach dem Schranken begann jedoch der richtige Bahnhof erst richtig, lange Unterirdische Gänge voll mit Shops, Restaurants und Omiyage Geschäften (die verkaufen die typischen Mitbringsel die für Tokyo so typisch sind). Ich habe über eine halbe Stunde gebraucht um einen Ausgang zu finden…
Als ich endlich wieder an der frischen Luft war habe ich mir erstmal wieder Salat Sushi gekauft und mich an eine Ecke gesetzt um Mittag zu essen. Dabei viel mir schon auf, dass es hier wirklich verdammt viele Hochhäuser gibt. Leider ist das Wetter heute nicht so gut, es ist bewölkt und dunstig, weswegen man die vielen Hochhäuser auf den Fotos gar nicht richtig sehen kann. Ich müsste mal bei klaren Wetter auf eines der Hochhäuser gehen um Fotos zu machen, aber die kann man alle nicht betreten. Einzige Möglichkeit wäre der Tokyo Tower, aber da muss man Eintritt zahlen und ich bin mir nicht sicher obs mir das wert ist.
Vom Hauptbahnhof aus bin ich dann zum Park in Chioda gelaufen, ich dachte schon ich hätte mich verlaufen, auf der Karte sah das bei weiten nicht so weit aus. Dort habe ich dann mal einen anderen Teil dieses riesigen Parkes erkundet, aber so tolles gibt es dort eigentlich nicht. Viele Touristen waren heute unterwegs.
Später bin ich dann Richtung Suidobashi gelaufen, das war dann auch nicht mehr sehr viel weiter. Von dort aus bin ich Richtung Shinjuku gefahren, dort soll es ja viele tolle Einkaufszentren geben. Auch dort brauchte ich eine Ewigkeit um einen richtigen Ausgang zu finden. Ich bin dann von einem Einkaufszentrum ins nächste gebummelt, habe aber nur wenig gekauft. Die meisten Läden hier sind jedoch eher für Klamotten und da weiss ich inzwischen, dass mir das nicht und nicht passen will, genauso wie die Schuhe… Leider muss ich sagen, denn der Sommer Sale hier ist im vollen Gange und man bekommt hier schon für ca. 1000Yen (ca. 7-8€) wirklich hübsche Tops, Kleider, Röcke und sogar Schuhe.
Zu Fuss wollte ich mich dann Richtung Yoyogi Park auf machen, doch irgendwie bin ich beim falschen Park gelandet. Da mich dort schon am Eingang die Gelsen gefressen haben, kehrte ich lieber um. Den Richtigen Yoyogi Park hab ich leider nicht mehr gefunden, mir taten schon so die Füsse weh, dass ich bei der Station Yoyogi eingestiegen bin und Richtung Chiba gefahren bin. Vielleicht habe ich in den nächsten Wochen Zeit noch mal hierher zu fahren um mir die 2 Parks anzusehen.
Auf der Heimreise bin ich im Zug sogar ein paar mal eingenickt (Inemuri) wie das so viele Japaner auch machen. Die Fahrt dauerte über eine Stunde, deswegen machte ich mir wenig Sorgen, dass ich meine Station verpassen könnte. Am Heimatbahnhof habe ich dann wie immer meine Gastfamilie angerufen, doch diesmal hat niemand abgehoben. Deswegen bin ich halt auf gut Glück nachhause gelaufen. Glück hatte ich jedoch keines, es war niemand da. Aber wenigstens gibt es eine Couch im Eingangsbereich, wo ich gewartet habe. 10 Minuten später ist meine Gastfamilie aber auch schon eingetrudelt, im Schlepptau eine kleine Freundin von Satsuki und deren Mutter. Diese Mutter war echt freundlich, hat super deutlich gesprochen, ganz im Gegensatz zu meiner eigenen Gastmutter. Jetzt kann ich zumindest mit Sicherheit sagen, dass es nicht an mir liegt, wenn ich nichts verstehe! Und wie höfflich diese Mutter heute war, höflich gesprochen (und vollständige Sätze! So hab ich’s in der Uni gelernt und so versteh ich’s wenigstens!) und hat mir sogar meinen Tee eingeschenkt. Eigentlich ist es in Japan immer üblich, dass man von jemand anderen eingeschenkt bekommt und daraufhin dem anderen einschenkt. So will es eben die Tradition. Schenkt man sich selbst ein gilt man als unhöflich und wenn es sich um Alkohol handelt sogar als Trinker. Bei meiner Gastfamilie muss ich mir immer selber einschenken, sonst verdurste ich…
Zum Abendessen gab es wieder eine Art Curry Reis ohne Curry, war aber sehr gut, da gabs nichts zu beanstanden.
Da ich als erste mit dem Essen fertig war, wurde ich auch gleich als erste ins Bad geschickt. Interessanterweise verschwand danach die ganze Familie inklusive der Gäste. Ich nehme mal grob an, dass sie die beiden nachhause gefahren sind, aber gesagt wurde mir rein gar nichts.
Kaum war ich alleine pipt es irgendwo, da hier aber alles pipt, redet und quietscht denk ich mir normalerweise nichts dabei. Anscheinend ist es das normale Festnetztelefon, das so selten benutzt wird, dass es mit einem Handtuch abgedeckt ist. Der Anrufbeantworter geht ran und wer spricht da drauf?? Die Stimme kenn ich doch?? Meine Mam hat es endlich geschafft mit den vielen Vorwahlen und Nullern fertig zu werden und hat es bis zu mir durch geschafft. So konnten wir wenigstens mal wieder ein bisschen reden!
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