Freitag, 24. August 2007

Yamaguchi

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass meine Gastfamilie wenigstens am Montag zeitiger aufsteht, wenn wir schon etwas für den Tag geplant haben. Aber weit gefehlt, die sind noch viel später als sonst aufgestanden und als ich raus ins Bad bin sah es nicht einmal so aus als ob die Gastmutter schon eifrig am kochen wäre.
Ich bin dann in mein Zimmer zurück und habe gewartet…
Irgendwann kam dann die Freundin von ihnen und ich dachte schon „Jetzt gibt’s endlich was zum Essen!“. Naja, denkste.
Als sie an meine Tür klopften hoffte ich schon, aber es war das Zeichen zum Aufbruch.
Wir sind dann also alle zusammen ins Auto gestiegen und los gefahren.
Meine Gastmutter und auch ihre Tochter waren rausgeputzt als würden wir auf eine Party gehen und nicht auf einen Ausflug.
Ich nahm an, dass wir irgendwohin Frühstücken fahren würden, aber der Gastvater steuerte zielstrebig die Autobahn an und legte schon mal eine DVD ein.
Irgendwann gegen 11:00 hielten wir dann an einer Raststation und meine Gastmutter kaufte allen 2 Brötchen, die wir dann im Auto gegessen haben.
Dann ging es elend lang weiter, ich bin hin und wieder eingenickt, denn der versuch mich mit dem Film wach zuhalten misslang aufgrund der Langeweile.
Aber als wir von den Autobahn abfuhren wurde ich wieder hellwach, denn nun kann ja nicht mehr lange dauern bis wir irgendwo sind.
Und endlich sind wir dann auch auf einen Parkplatz gefahren von wo aus wir nur noch ein Stück zu gehen hatten. Vorbei an einigen Geschäften, die allesamt entweder Steine oder Porzellan verkauften. Da es heiß war und ich nichts Schweres mit mir in der Höhle mit mir herum schleppen wollte lies ich es und nahm mir vor am Rückweg bei dem einen oder anderen Geschäft halt zu machen.
Als wir dann endlich den Schatten der Bäume erreichten kam uns schon die kühle Luft des Waldes und des Flusses entgegen.
Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten mussten wir noch ein gutes Stück durch den Wald laufen. Es gibt nichts Angenehmeres als von der brennenden Hitze in die frische Waldluft zu kommen.
Nach einer weile erbot sich mir dann ein fantastischer Anblick, der Berghang, aufgerissen von den Naturgewalten vergangener Jahrtausende aus dem ein Fluss entspringt und eine überdachte Brücke, die genau in den Spalt führt, umrahmt von dem saftigen Grün das bei der tropischen Hitze hier sprießt.
Die Farbe des Wassers, das frisch aus dem Berg kommt ist von einem so intensiven Blau, dass man die Kühle Frische selbst auf den Fotos noch wahrnehmen kann.
Nachdem wir dieses beeindruckende Szenario auf uns wirken ließen und ich ein paar hundert Fotos geschossen habe betraten wir die Höhle in der die Luft sofort wunderbar kühl war. Durch die kühle Luft der Höhle und der feucht warmen Luft außen bildete sich ein nebelartiger Dunst im Eingangsbereich.
Obwohl in regelmäßigen Abständen Lampen aufgestellt sind ist es doch sehr schwierig gute Fotos zu schießen. Die Höhle ist riesig und der Blitz verliert sich in der weite des Hohlraums.
Den ganzen Weg entlang fließt der Fluss durch verschiedenstes Gelände und überall entspringen kleine Bäche, die sich dann mit dem Hauptfluss vereinen.
Als wir dann das Ende des beschilderten Weges erreicht haben machten wir kehrt und genossen noch die angenehme Kühle.
Ich hatte extra eine Jacke mitgenommen, da es üblicherweise in Höhlen sehr kalt ist, aber diese war sehr angenehm und eine Jacke war nicht nötig.
Als wir wieder den Höhlenausgang erreichten kam uns die zuerst frische Luft stickig und heiß vor und es wurde noch schlimmer als wir wieder auf der Straße waren und uns die Sonne auf den Kopf knallte.
Mein Gastvater hat dann Eis für alle gekauft und schon machten sich alle eiligst auf den Weg zum Auto, möglichst ohne dabei ins Sonnenlicht zu geraten.
Ich wollte ja eigentlich noch ein wenig shoppen, aber Japaner scheinen echt keine Sonne zu vertragen. Wo sie sonst langsam hinter mir her trotten sind sie mir heute ein paar Längen voraus gewesen und ich konnte gerade mal ein Geschäft besuchen.
Beim Auto angekommen schalteten sie zu aller erst die Klimaanlage ein und jammerten über die unerträgliche Hitze.
Nun, ja sicher, es ist heiß, schwül und der Schweiß rinnt einen in Strömen den Körper hinab, aber von so was lass ich mich doch nicht aufhalten? Erst recht wenn es jeden Tag so ist?
Wir fuhren dann in eine nicht weit entfernte Stadt namens Hagi, die für ihre alten, traditionellen Bauwerke bekannt ist.
So haben wir uns also in der Affenhitze alte Wohnhäuser adeliger japanischer Familien angesehen. Die Häuser waren praktisch leer geräumt und bis auf die Tatami Matten und ein paar Bilder gab es da nichts was sonderlich interessant wäre. Die Häuser sind sehr geräumig und man kann die Zimmer jederzeit vergrößern indem man die mit Papier bespannten hölzernen Schiebetüren öffnet oder gar raus nimmt.
Die Japaner früher müssen noch kleiner gewesen sein als die heutigen, denn die Höhe der Räume und der Türdurchgänge war wirklich extrem niedrig. Ich hatte bisher noch nie das Problem dass ich mit dem Kopf den Türrahmen streife, aber hier musste ich mich jedes Mal ducken.
Nachdem wir also so durch die Stadt gestreift sind und uns alles angesehen haben, sind wir zum Meer gekommen und zwar zu einem recht hübschen Strand auf dem sich nur vereinzelnd ein paar Japaner tummelten.
Da niemand von uns Badekleidung oder Handtücher mit hatte mussten wir es dabei belassen unsere Füße ins Wasser zu halten. Anscheinend kam gerade die Flut, denn die Wellen wirbelten sehr viel Sand auf.
Als wir den Strand barfuss verließen hatten wir alle recht sandige Füße, aber eigentlich nicht schlimm, bisschen abputzen und das wäre schon gegangen.
Naja, denkste. Japaner sind ja sehr reinlich und gerade was die Füße betrifft (die heute besuchten Häuser mussten wir alle barfuss betreten) sind sie recht haglich.
Wir sind dann also zu einer öffentlichen Toilette gleich am Strand gegangen und die beiden Frauen haben in Getränkeflaschen Wasser raus getragen und uns über die Füße geschüttet bis wir wirklich ganz ganz sauber waren.
Was eigentlich nicht viel bringt, wenn man bedenkt, dass meine Schuhe auch recht sandig waren.
Nachdem wir also alle wieder sauber waren ging es weiter zu einem Omiyage Geschäft, das ziemlich teuer aussah, aber meine Gastmutter wollte da unbedingt rein und was kaufen. Als wir das Geschäft betraten wurde uns gleich eine kleine Tasse kalten Tee sowie eine kleine Kostprobe der Süßigkeiten gebracht. Also das Zeug hat mich nicht gerade vom Hocker gerissen, war halt ein sehr süßes undefinierbares etwas mit seltsamer Konsistenz.
Als wir dann endlich wieder beim Auto waren, ging die Sonne eigentlich schon unter, trotzdem war es noch immer sehr heiß und ich war froh, dass das Auto klimatisiert ist.
Auf der Rückfahrt kam mir die Strecke noch viel länger vor als bei er Herfahrt. Noch dazu wollten meine Beine nach dem Gelaufe des ganzen Tages nun nicht plötzlich so still sitzen. Als wir dann schon in Fukuoka waren kamen wir in einen kleinen Abendverkehrsstau und wie sich rausstellte fuhren wir zu einem Buffet Restaurant. Man zahlt am Eingang den Preis und hat dann 90 Minuten Zeit alles zu Essen was man will. Noch dazu befindet sich im Tisch ein Gas-Griller, sodass man sich das frische Fleisch, Meeresfrüchte und allerhand anderer Sachen an den Tisch holen kann und dann selbst grillt.
War ganz lecker, aber ich hatte trotz des anstrengenden Tages eher wenig Hunger und konnte so nicht das ganze Potenzial ausschöpfen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

hi
naja komme nicht immer dazu aber wenn ich mal drauf bin les ich auch eigentlich alles ;)

postkarte ist übrigens angekommen
wünsch dir noch viel spaß
naja wetter ist hier wechselnd

bis dann