Gestern (Donnerstag) konnte ich nach der Schule nicht viel machen, denn ein Taifun kam direkt auf uns zu. Es war schon vormittags bewölkt und verdammt schwül. Am Nachmittag fing es dann aber zum regnen an und der Schirm nutzte wenig, da der Wind einem den Regen von allen Seiten ins Gesicht wehte.
Ich bin daher nach der Schule nur noch ein wenig am PC gesessen und habe Blogs geaddet, als plötzlich eine der Lehrerinnen vorbei kam und fragte ob wir noch Unterricht hätten, wenn nicht sollten wir schleunigst nach Hause gehen, da sie nicht wisse wann die Busse die Fahrt einstellen. *Schockmoment*
Ich hab also meine Sachen zusammen gepackt und Richtung Bus Station gelaufen, die liegt dummerweise nicht gerade ums Eck, daher bin ich relativ nass geworden. Dort angekommen hoffte ich, dass mein Bus überhaupt noch fährt, denn mein Bus kommt schon bei normalem Wetter nur jede viertel Stunde, abends sogar nur jede Halbe. Aber zum Glück kam bald einer, jedoch gerammelt voll mit nassen Menschen.
Von oben bis unten durchnässt bin ich dann endlich zuhause angekommen und wusste irgendwie nichts so recht mit mir anzufangen. So zeitig war ich noch zuhause *s*
Ich hab dann gelernt und den Sturm beobachtet.
Nach dem reichhaltigen Abendesse, bei dem ich erfuhr, dass eine Zutat meiner Suppe aus gepressten, in Gelatine gelegte Gemüse und Fischstückchen sind *würg*, wäre ich am liebsten sofort ins Bett gegangen, aber ich musste erst warten bis ich mit der Benutzung des Bades dran bin.
Das japanische Bad ist ja so eine Sache…. Einerseits ist es recht angenehm jeden Tag zu Baden, aber sich immer mit dem Wasser aus einer Schüssel zu waschen ist schon recht kompliziert. Ich habe da irgendwie nicht so das Gefühl wirklich sauber zu werden, noch dazu ist es eine Herausforderung sich in einer Schüssel die Haare zu waschen, wobei ich da schon langsam den Dreh raus habe.
Ich finde es auch ein wenig komisch, dass die die tägliche Kleidung jeden Tag waschen, die Waschlappen jedoch bisher noch überhaupt nicht gewaschen worden sind.
Meine Gastmutter hat mich sogar extra darauf hingewiesen, dass ich meine Klamotten jeden Tag in den dafür vorgesehenen Korb geben soll und hat mir sogar ein großes Badetuch überlassen, in das ich eingewickelt das Bad verlassen kann.
Nach dem Bad bin ich dann auf mein Futon gefallen, aber schlafen konnte ich bei dem Krach irgendwie nicht. Der Sturm rüttelte ordentlich an den Fenstern, sodass ich des Öfteren aufgewacht bin. Der Regen fiel durch den Wind so schräg, dass er durch die Öffnung bei der Klimaanlage kam, ich spürte zumindest hin und wieder ein paar Tropfen auf mich nieder regnen.
Aber im Großen und Ganzen verlief der Taifun recht gut.
Wie ich in den Morgennachrichten erfuhr, hat der Taifun Fukuoka auch nur gestreift, denn anderswo sahs schon viel schlimmer aus. An verschiedenen Stellen gab es Hochwasser und überschwemmte Straßen. Verunglückt ist aber zum Glück niemand.
Heute (Freitag) Morgen war es immer noch sehr bewölkt und hin und wieder nieselte es, aber inzwischen ist das Wetter wieder in Ordnung. Es hat ein ganz klein wenig abgekühlt (nun sind es nur noch 30°) aber dafür ist die Luftfeuchtigkeit enorm gestiegen. Als ob es vorher nicht schon schwül genug war, nun hat man echt das Gefühl Wasser zu atmen, so richtig Sauna-Feeling.
In der Mittagspause bin ich dann zur Bank und habe wieder Traveller Schecks gewechselt, das ging recht Problemlos, die Leute sind ja verdammt freundlich zu einem, sobald man ein bisschen Japanisch spricht. Ich habe vorsorglich 200 Doller gewechselt, denn morgen werde ich mit der Französin aus meiner Gruppe zum Hakata Bahnhof fahren und dort mal richtig Shoppen! Ich hab dann auch noch meinen Lieblingssaft „Momo Mizu“ gekauft und dazu ein Brötchenariges Ding mit Anko Füllung (=Süße Bohnenpaste) das recht lecker geschmeckt hat, es war nicht so richtig was süßes, wie es bei uns üblich wäre, aber auch nicht wirklich pikant.
Heute bin ich nach der Schule alleine los gezogen um mir die Untergrund-Einkaufsstraßen genauer anzusehen. Leider machten da meine Füße nicht mit, da ich von den extra vor der Abreise gekauften Geox-Ballerinas Blasen bekommen habe. Im Moment sieht’s daher so aus, dass ich nur ein Paar Schuhe wirklich problemlos tragen kann (rote Espandrillos)
Ich habe mich auch nach Schuhen umgesehen. In einem Geschäft gab es leider nur noch eine Größe, die einen Ganzen Fingerbreit zu groß war und in einem anderen Geschäft passte mir die Größte vorhandene Größe sind *seufzAber vielleicht finde ich morgen welche!
Die meisten Modegeschäfte die ich bisher gesehen habe, haben echt nur Sachen für kleine, magere Japanerinnen. Ich habe zwar ein Top gefunden, aber das war auch schon das Highlight was Klamotten betrifft. Es gibt zwar auch Sachen in meiner Größe, dafür aber nur Zeug das den Geschmack japanischer Omis entspricht und nichts was für mich tragbar wäre…
Etwas das sehr auffällig ist ist, dass die meisten Japaner Handschuhe tragen, egal ob beim Autofahren, Shoppen oder im Bus, sie alle tragen dünne Handschuhe, oft bis über den Ellbogen hinaus (wer Sailor Moon kennt weiss was ich meine). Daher habe ich mir heute ebenfalls ein Paar Handschuhe gekauft, in rosa Spitze mit ein wenig Perlenverzierung dazu noch einen passenden Sonnenhut (jede Frau trägt hier einen) in dezenten flieder-Tönen.
Dann habe ich heute wieder einen dieser Backshops gesehen und mir diesmal sogar etwas gekauft. Ein Brötchen mit Zitronen-Marmeladen Füllung, das recht gut geschmeckt hat und ein seltsames Brötchen, das ich noch nicht gegessen habe.
Ich habe dann noch so eine Art Modeschmuck Geschäft gefunden, das auch Steine und Steinschmuck verkauft, da musste ich dann zuschlagen. Ich habe 2 Silberarmreifen mit verschiedenen kleinen eingefassten Steinen gekauft.
Und zu guter letzt habe ich auch noch ein Shonen Ai Manga Zasshi gekauft. Das ist nicht ein normales einzelnen Manga, sondern eine aneinander Reihung verschiedener Manga Kapitel. Man kriegt also immer nur ein kleines Häppchen aus dem jeweiligen Manga und muss jedes Mal ein Monat warten bis das nächste erscheint. Aber durch die große Vielfalt in einem Manga Zasshi kann man überall mal reinschnuppern und weiss dann was einem gefällt und was nicht und kann dann das jeweilige Manga auch einzelnd kaufen.
Ich habe heute zum Abendessen unter anderem eine Schale mit durchsichtigen, nudelartigen Dingern in Sojasauce bekommen. Aber ich hätte nicht Fragen sollen was es ist…..
Es schmeckte ja schon ziemlich seltsam, wie fischige Gelatine und wie sich herausstellte ist das gepresste Qualle… Ich habe die hälfte stehen lassen.
Der Rest war aber sehr gut, ich habe mich sogar schon an den rohen Kohl gewöhnt den es als Salat gibt. Die Hauptspeise war jedoch eher so was wie ein klein geschnittenes Schnitzel das die Japaner anscheinend gerne in diversen Saucen ertränken. Das Mädchen aus meiner Gastfamilie ist so ziemlich alles mit Mayonnaise…
Dazu gab es noch Gyoza (so was wie Dimsum also gefüllte Teigtäschen), Miso Suppe mit Kürbisstücken und eine Schale Reis.
Apropo Reis: Ich habe heute morgen gesehen wie meine Gastmutter frisch gekochten Reis in zwei Opferschalen gab die genauso aussehen, wie die in meinem Zimmer, die ich für Plastik Imitate hielt, aber der Reis darin ist wirklich echt (ich hab’s überprüft!) Ich weiss nur nicht ob der jeden Tag gewechselt wird oder ob der Reis da länger steht (das würde auch das künstliche/vertrocknete Aussehen erklären)
Unter den Reisopfergaben stehen übrigens sehr viele verschiedene Lebensmittel, die jedoch länger haltbar sind. Die werden anscheinend regelmäßig gewechselt, denn letztens gab’s etwas davon zur Nachspeise.
Montag, 6. August 2007
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