Sonntag, 12. August 2007

2.Wochenende

Mein zweites Wochenende ist ein bisschen anders verlaufen als ich es geplant hatte. Eigentlich wollte ich mir Sea World ansehen und die Tempelstadt hier in der nähe. Aber am Freitag waren die zwei mit denen ich nach Sei World fahren wollte früher weg als ich und so hatten wir uns keinen Treffpunkt ausgemacht.
Nun, ich bin dann zum Hakata Bahnhof gefahren und hab ein paar Sachen gekauft, nichts besonderes, nur kleine Mitbringsel, Handyanhänger, Stäbchen-Set und so was.
Danach wollte ich mal die weitere Gegend erkunden und bin daher kurz entschloßen in die U-Bahn gestiegen und bei Ohori Koen ausgestiegen (Koen bedeutet Park, daher hab ich mir eine hübsche Gegend erwartet).
Kaum an der Oberfläche habe ich das erstbeste Grün angesteuert und anhand einer Tafel erkannt, dass dieser Park auch einen See hat. Ich bin dann also den Weg entlang und frage mich ob das bisschen grün hier wirklich alles sein soll? Dann erkenne ich zu meinem entsetzen, dass das grün neben mir gar nicht aus der Erde wächst sondern aus einem Teichartigen Gebilde. Ist das etwa der ganze See dieses Parkes??? Ist das hier echt der ganze Park???
Enttäuschung macht sich breit, als der „Park“ zu ende war bog ich den nächsten Weg ab, weil ich in der ferne ein traditionelles Dach gesehen habe, vielleicht finde ich ja wenigstens einen hübschen Tempel den ich fotografieren kann….
Nachdem ich das traditionelle Gebäude halb umrundet hatte und keinen Eingang fand bemerkte ich, dass da hinter eine schon eher nach Park aussehende Grünfläche zu sehen ist.
Ich schlender also gleich mal durch den –anscheinend- richtigen Park und fange ordentlich an noch so klein, dass sie noch nicht ausreichend Schatten spenden.
So großartig finde ich das ganze aber auch nicht und bei mir macht sich –dank des vielen Trinkens- ein gewisses Bedürfnis breit. Zu meinem Glück steht da mitten im Park ein Häuschen, das sich als öffentliche Toilette entpuppt. Den von einer Katze bewachten Eingang passiere ich ungeschoren und schaue mir die Toiletten an. Die japanischen Toiletten kenn ich ja schon, aber benutzt hatte ich bis dato noch keine, bisher waren immer auch westliche vorhanden.
Aber diesmal schaute ich dumm drein als ich merkte, dass es hier nur japanische gibt, noch dazu ohne Klopapier.
Es wird euch sicher freuen zu hören, das ich dieses Erlebnis gut überstanden habe und nun sicher keine Angst mehr vor irgendwas habe!
Grundsätzlich finde ich diese Art von Toiletten sogar recht gut, sie sind hygienischer, denn man muss sich nirgends draufsetzen, aber wie man das bewältigt wenn man Jeans anhat oder überhaupt Winterkleidung ist mir ein Rätsel.
Aber zurück zum Thema: Ich lief da also so durch den Park als ich es plötzlich durch die Bäume glitzern sah. Das Meer kann es nicht sein, das ist zu weit weg, kann es sein, dass das der eigentliche See ist und das weiter vorne nur eine verarsche für unschuldige Touristen?!!?
Ich peile mein Ziel an und tatsächlich ein riesiger See breitet sich vor mir aus, inklusive kleiner Inseln die durch Brücken miteinander verbunden sind!
Ich habe fast den halben Tag mit dem umrunden dieses Sees verbracht, naja eigentlich nur den halben See, denn in der Mitte habe ich die Abzeigung über die Inseln genommen.
Alle paar 100m stehen Getränkeautomaten, und die hat man auch echt nötig, es ist total schwül und ich frage mich wie Japaner bei dem Wetter hier draußen Sport machen können!
Hin und wieder fand ich am Wegrand Steine auf denen die Anleitung zu Kinderspielen eingraviert ist, ich finde das eine wirklich süße und sinnvolle Idee. Bei uns in Österreich gehen die ganzen kleinen Kinderspiele total verloren weil schon jedes 5 jährige Kind sich mehr mit einem elektronischen Gerät als mit anderen Kindern beschäftigt.
Überall am Seeufer wird darauf hingewiesen, dass fischen verboten ist, das wunderte mich sehr, den der See wimmelt nur so von Fischen, die anscheinend keine Fressfeinde haben außer die paar Reiher die ich gesehen habe.
Aber nachdem ich wieder festen Boden unter den Füssen hatte sah ich den Grund. Am Seeufer tummelten sich dutzende Kois die gerade gefüttert wurden. Logisch, dass man nicht einen der teuren Kois in Gefahr durch Fischer bringen möchte.
Gleich daneben befand sich ein kleiner Shop der unter anderem auch Koi Futter verkaufte. Die meisten Japaner finden anscheinend Fische füttern viel interessanter als Entenfüttern, denn die dort lebenden Enten kamen nicht mal näher als gefüttert wurde. Dafür erweckten die Fütterer die Aufmerksamkeit einer Taubenkolonie, die nach jedem Happen eiferten, der daneben ging. Anscheinend geht es den Tauben hier nicht unbedingt so blendend, wie es bei uns in Wien z.B. der Fall ist. Es sind vergleichsweise sehr sehr wenige und sie schauen fast alle recht zerlumpt aus.
Aber ein tapferer Japaner wagte es das „Tauben füttern verboten“ Schild zu ignorieren und die Tauben mit Koi Futter zu füttern. Eine echte Ausnahme bei den Japanern.
Ich verlies nach einem weiteren Getränk aus dem Automaten den Park um mich auf die Suche nach einem 24-Stunden Shop zu machen und fand bald einen, in dem ich mir neben einem großen Getränk auch kalte Soba Nudeln und ein Onigiri kaufte und damit in den Park zurückkehrte. War wirklich sehr lecker und kaltes Essen hat schon was bei der Hitze.
Nebenbei erwähnt hat Japan eine der niedrigsten Obdachlosen Raten und man sieht auf der Straße oder am Bahnhof nirgends Obdachlose herum lungern wie es z.B. am Wiener Südbahnhof der Fall ist. Aber Hier im Park wohnt anscheinend eine ganze Kolonie an Obdachlosen. Sie haben hier Zelte und Wäscheleinen und überall im Park gibt es sehr saubere öffentliche Toiletten, also ein perfekter Ort.
Nach diesem Anstrengenden Tag wäre ich gerne gleich ins Bett gefallen, aber ich musste auf das Abendessen waren, das es noch dazu relativ spät gab. Danach gleich ins Bad und den Schweiß des Tages abwaschen. Ich habe mich schon relativ gut an dieses tägliche Bad gewöhnt, aber wenn ich zuhause bin ist das erste was ich tun werde mich unter die Dusche stellen.
Meine Gastmutter hatte mich auch noch gebeten, ihrer Tochter nach dem Bad das knüpfen zu zeigen und es war recht schwer das ohne die passenden Vokabeln auf Japanisch zu erklären.
Irgendwann gegen 12 bin ich dann ins Bett gefallen und da waren die anderen sogar noch wach.
Es wundert mich jedes Mal wieso sie alle so lange aufbleiben wenn sie doch am nächsten morgen relativ zeitig aufstehen müssen. Sonntagmorgen läutete ab 7:15 alle 10 min einer ihrer vielen Wecker. Schon der erste hat mich aufgeweckt, aber ich war schon fertig angezogen und hergerichtet als sich meine Gastmutter langsam auf dem Weg in die Küche machte.
Um 8:45 bin ich dann raus und kam gerade rechtzeitig zum Frühstück. Meine Gastmutter hatte anscheinend auch noch nichts gegessen aber um 9:00 verlies sie gehetzt das Haus…
Wir hatten schon am Vorabend besprochen, dass wir heute eine kleine Shopping und Sightseeing Tour machen, aber eigentlich dachte ich, dass nur von mir und der Kleinen die rede ist, aber beim Frühstück erklärte mir mein Gastvater dass er uns fährt und noch ein Freund von ihm mitkommen würde.
Der Freund war eine Freundin und eine sehr aufgeweckte noch dazu. Für ihr alter (27) noch sehr kindisch aber sehr sympathisch. Sie hat sich beim shoppen gleich bei mir eingehackt und war eigentlich ständig am scherzen und lachen.
Wir haben uns dann jeder ein Mochi Eis gegönnt. Mochi sind eigentlich süße Klebereisbällchen nur diese waren noch dazu mit Eis gefüllt. Ich hatte eines mit Kirschblüten Eis, war sehr lecker, ich hätte am liebsten mehr davon gekauft. Aber so was lässt sich ja leider nicht mitbringen.
Nach einer großen Shopping Runde bei der ich jedoch nur Haarschmuck und etwas in einem Manga-Laden gekauft hatte ging es hoch in den was weiss ich wievielten Stock zu den Prikola Automaten. Das sind Fotoautomaten bei denen man verschiedene Hintergründe wählen kann sich dann so fotografiert und dann die Fotos noch nachbearbeitet und mit diversem Zeug verziehrt. Das ganze läuft jedoch auf Zeit, wie gemeint. Nach dem Zeitlimit werden sie in ziemlich kleiner Form als Sticker ausgedruckt.
Wir haben einiger solcher Bilder gemacht, die ich jedoch erst in Wien einscannen und zeigen kann, aber schon vorab, es sind sehr lustige Bilder geworden.
Danach gingen wir Ramen essen. In dem Shopping Center gab es ein ganzes „Ramen Stadion“ und wir entschieden uns schon beim Eingang welche Art von Ramen wir essen wollten. Dummerweise haben wir uns für das beliebteste Geschäft entschieden, man musste draußen Schlange stehen und warten.
Als wir in Eingangsnähe kamen standen wir vor einem Automaten bei dem man sich die Essens Coupon kauft. Man wählt anhand der Bilder welche Speise in welcher Größe man haben möchte, wirft das Geld ein und wartet auf das Wechselgeld sowie die Coupons. Mit denen kommt man dann ins Lokal und sobald ein Platz frei wird wird man von einer lautstark schreienden Kellnerin zu seinem Platz geleitet. Der gibt man dann die Coupons und kurze Zeit später bekommt man schon sein Essen.
Ich finde dieses System recht praktisch, so müssen sich die Kellnerinnen nicht mit dem Bezahlen rumschlagen und können sich so mehr um die Kunden kümmern.
Nach dem Essen durchliefen wir noch mal das Shopping Center und fuhren dann zu einem Nahe gelegenen Tempel mit einem großen Buddha den man jedoch nicht fotografieren durfte. Mein Gastvater konnte mir anscheinend die Enttäuschung aus dem Gesicht ablesen und so fuhren wir, nach einem zwischen Stopp bei einem 24 Stunden Shop bei dem wir Eis kauften, zu einem weiter entfernteren großen liegenden Buddha.
Das ganze Gelände war wirklich riesig und in einen kleinen Berg eingearbeitet.
Auf dem Weg vom Parkplatz zum Tempel sind wir an einige Shops vorbei gekommen die typische Mitbringsel verkauften und die wollte ich am Rückweg natürlich alle anschauen, das dumme ist nur, dass die am Rückweg schon alle zu hatten! Und Es war noch nicht mal 18:00!! Kaum zu glauben, und so was in Japan! Aber was soll’s, ich werde nächsten Samstag in diese Tempelstadt fahren und dort gibt es sicher auch genug!

Hier mal der Link zum Fotoalbum mit all meinen bisher besuchten Tempeln:
http://picasaweb.google.com/galaxia1409/TempelTour
Und hier die Bilder von Ohori Koen:
http://picasaweb.google.com/galaxia1409/OhoriKoen

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

die fotos sind sehr schön lusti die aufgereihten seemöven