Donnerstag, 6. August 2009

Sonntag-Chiba²






















Heute Morgen habe ich spontan entschlossen noch einmal nach Chiba zu fahren, das ist ja schließlich auch groß genug, dass ich da noch mehr finde, als das letzte Mal.
Bevor ich aufbrach, bat mich meine Gastmutter mal wieder vorher anzurufen, heute gäbe es Okonomiyaki, was das eine mit dem anderen zu tun hat versteh ich jedoch weniger.
Ich habe noch in der Früh wieder Pricora gemacht, doch dummerweise habe ich diesmal keinen Time-Stop bekommen und so konnte ich die Bilder kaum verzieren, da wurden sie auch schon ausgedruckt. Zu dumm aber auch!
Danach habe ich beschlossen zu Fuß nach Chiba zu laufen, grundsätzlich bin ich ja schon in Chiba, halt in einem Außenbezirk, aber soo weit kann es doch gar nicht sein, mit dem Auto der Gastfamilie bin ich recht rasch dort gewesen, also müsste es auch zu Fuß zu bewältigen sein.
Dummerweise habe ich mir dafür echt den falschen Tag ausgedacht, die Gegend ist hier weniger belebt und daher hatten viele Shops am Straßenrand heute geschlossen. Nach einer Weile bin ich auf die Monoline gestoßen, die über den Köpfen der Leute hinwegdüst und dabei auch recht still und leise ist. Leider habe ich genau aus diesem Grund kein gutes Foto von ihr erwischen können. Irgendwann bin ich dann sogar auf einen Park gestoßen, in dem jedoch fast nur Ältere Leute waren, die sich anscheinend auf den Sonntagsplausch trafen. Im Kombini gleich in der Nähe habe ich etwas zu Trinken und eine kleine Süßigkeit gekauft. Dabei habe ich einen kleinen unscheinbaren Schrein entdeckt, der seltsam geschrumpft wirkt, oder er verehrt eine Mäusegottheit, eines der Mini-Tooris stand direkt vor einer kleinen Höhle, die aussieht als ob sie einem Nagetier gehört.
Dummerweise gab es in diesem Schrein auch stehendes Gewässer, eine Brutstätte für Gelesen, die sofort die Verfolgung aufnahmen, eine hat sich sogar in mein Sackerl geschlichen und mich dann erst begrüßt, als ich im nahen Park mein Essen essen wollte.
Zu Regnen hat es zu meinem Glück dann auch noch angefangen, nicht stark, nicht der Rede wert, aber die Japaner tun da immer so als wären sie aus Zucker.
Japaner haben da überhaupt eine seltsame Einstellung. Sie meinen zum Beispiel, dass man davon Krank wird, wenn man nachts mit Klimaanlage schläft, scheinen aber kein Problem damit zu haben total verschwitzt in die unterkühlten Einkaufszentren zu gehen.
Genauso scheinen sie zu meinen, man würde Krank werden, wenn man vom Regen nass wird. Als ich einmal ein klein wenig nass nach hause kam hat meine Gastmutter sogar meinem Gastvater gesagt, sie müssten mich wohl auch noch ins Krankenhaus bringen. Sie dachte wohl ich versteh das nicht ;)
Nach einer kleinen Ewigkeit bin ich dann sogar im Zentrum gelandet und hab mich von da an von einem Einkaufszentrum ins nächste geschwungen, auch hier sind sie alle verbunden, entweder durch Übergänge oder Unterirdisch.
In einem Kaufhaus habe ich sogar in der Bücherabteilung die Zusatzbücher für meine Lehrbücher an der Uni gefunden, die ich eigentlich vor 2 Jahren schon gesucht habe. Diese Übungsbücher sind eigentlich für Band I und II, die ich beide schon abgeschlossen habe, aber ich habe sie trotzdem gekauft, Übungen können nie schaden und vielleicht kann ich sie auch noch anders gebrauchen.
Am frühen Nachmittag habe ich mich dann in den Untergeschoßen nach etwas Essbaren umgesehen und sogar einiges gefunden, leider nicht die gewünschte große Auswahl, aber genug um mir das Beste rauszupicken. Es sind dann japanische kleine Fleischbällchen geworden mit einer Auswahl an Reisprodukten. 2 Futomakis (dicke Sushi Rollen mit viel Füllung), 2 Inarizushis (frittiertes und dann eingelegtes Tofu, das mit Reis gefüllt ist) und 2 Onigiri (Reisbälle mit diversen Geschmacksrichtungen oder auch oft Füllungen).

Hier in Chiba sind mir schon letztes Mal die Schwalben aufgefallen, die im Sturzflug hier im den Bahnhof düsen und in einem niedrigen Durchgang ihre Nester haben. Jedes Nest ist meinem „Scheißschutz“ versehen, was den Schwalben als zusätzliche Landefläche dient, letztes Mal haben sie sich noch im ihre Reviere gestritten, diesmal hat man schon aus allen Pipen gehört und ein paar hungrige Schnäbel gesehen.
Um ca. 6 Uhr bin ich dann aber doch nachhause gefahren, gefahren, nicht gelaufen. Obwohl ich es für Wucher halte, für diese kurze Strecke (ich fahre nur 2 Stationen) ganze 180 Yen zu verlangen (ca. 1,30€).
In Inage wollte ich dann eigentlich, wie gewünscht, meine Gastmutter anrufen, aber die öffentlichen Telefone nehmen nur 10Yen und 100Yen Stücke, wobei auf letztere nicht herausgegeben wird. Für ein Gespräch brauche ich ca. 20-30Yen, dummerweise hatte ich kein einziges 10Yen Stück. Deswegen fiel der Anruf aus, ich finde das ganze sowieso überflüssig, wo ich doch eh einen Schlüssel habe.
Zuhause traf ich dann nicht nur auf meine Gastfamilie, sondern auch auf reichlich Gäste, darunter auch die Familie, bei der wir gestern das Hanabi bewundert haben.
Wie versprochen wurden Okonomiyaki gemacht, aber ehrlich gesagt war es dieses Mal nicht so gut, wie die, die meine Gastmutter vor einer Weile gemacht hat. Diesmal war es ein reiner Misch-Masch verschiedener Zutaten und zuwenig Teig. Aber zum Glück gab es auch anderes, darunter Nudelsalat auf japanisch und Edamame (die grünen Sojabohnen, die man direkt aus der Schale isst).
Inzwischen ist es 22:15 und alle Gäste sind noch da, darunter auch viele Kinder, die sich schon den ganzen Abend lang aufführen wie die Wildschweine. Hoffentlich hab ich bald meine Ruhe!

2 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Die bösen bösen Klimaanlagen! Die sind ja schon fast soschlimm wie Ventilatoren für Südkoreaner!

Siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ventilatortod

Terminator war gestern..

galaxia1409 hat gesagt…

mit den ventilatoren ist es hier fast genauso, die japaner schwitzen lieber die ganze nacht als dass sie sich diesem risiko aussetzen.