Dienstag, 11. August 2009

Samstag- Makuhari















Freitagabend fragte mich meine Gastmutter ob ich denn Lust hätte mit ihnen ins nahe gelegene Outlet zu fahren, ein bisschen gemeinsam shoppen. Ich sagte spontan zu, bereute es aber nach ein paar Minuten wieder, denn des weiteren sagte sie, dass wir früh aufstehen müssten, um 10 Uhr würden die Shops aufsperren und sie müssten gegen 12 Uhr wieder fahren weil sie Mizuki zu irgendeinen Unterricht bringen müsste. Na toll, dachte ich mich. Aber was soll’s, vielleicht ist das Outlet toll genug und ich kann dann einfach dort bleiben, während sie wieder fahren.
Am Samstag bin ich dann dank des Krachs der Kinder und der Waschmaschine schon vor dem Wecker aufgewacht. Nach dem Frühstück (Aufbackweckerl mit Salat, gebratenen Sojasprossen mit Fleischstückchen und natürlich Tee) ging’s dann auch bald los. Makuhari ist auch mit dem Zug nur 2 Stationen entfernt und auch mit dem Auto ging’s recht rasch. Zum Glück, denn die Kinder sind eher ungeduldiger Natur und motzen schnell wegen jeder Kleinigkeit herum.
Das Outlet selber schien auf dem ersten Blick gar nicht besonders groß zu sein und auch wenn ich mich frei bewegen konnte, hatte ich doch immer die Kinder im Rücken, besonders Satsuki wollte lieber mit mir spielen, als ihrer Mutter beim Schuhe kaufen zuzusehen. Das zweite Gebäude zu dem wir weiter gingen war schon größer und dummerweise offen, sprich total heiß. Da trennten sich dann aber unsere Wege rasch, die Mutter wollte gleich ins untere Stockwerk während ich lieber Shop für Shop abging. Die meisten Namen sagen mir schließlich nichts, also musste ich sowieso in jeden reinschauen, wobei es auch ein paar wenige bekannte gab, zum Beispiel Adidas und Nike.
Dort habe ich dann auch einen günstigen Markenrucksack für meinen Freund erstanden, eine günstige farbige Strumpfhose und ein Jeanskleid, das mir sogar passt.
Als ich dann irgendwann beide Stockwerke abgeklappert habe, habe ich mich auf die Suche nach etwas zu Trinken, einer Toilette und meiner Gastfamilie gemacht (in der Reihenfolge). Kaum hatte ich etwas zu trinken und steuerte die Toilette an fand mich aber meine Gastfamilie, oder zumindest ein Teil davon. 2 der Kinder sind auf der Suche nach mir scheinbar verloren gegangen. Die Gastmutter platzierte mich also im Gemenge, meinte ich solle hier warten und suchte ihre Kinder. Kaum war sie ums Eck verschwunden sind die 2 Gesuchten aus der anderen Richtung gekommen, weswegen wir eiligst hinterher sind. Zum Glück haben wir uns dann alle wieder gefunden.
Da ich in der Früh angedeutet habe ich wolle am Nachmittag nach Akasaka entließ mich meine Gastmutter dann Richtung Bahnhof und nahm zum Glück meine Einkaufstaschen mit.
Als ich dann aber am Bahnhof war (nachdem ich endlich auf der Toilette war!) habe ich aber auf der anderen Seite des Bahnhofes weitere Einkaufscenter entdeckt und steuerte sie prompt an. So bin ich immer weiter von einem Kaufhaus zum nächsten, wobei ich gegen 15 Uhr bei einem Supermarkt Halt machte und mich dort Kulinarisch Versorgte, zum Glück gab es in diesem Einkaufscenter ein paar Sitzbänke, wo ich mein leckeres Mittagessen verspeisen konnte. Diesmal habe ich mich für Sesam-Gemüse-Fleischbällchen entschieden und dazu 2 Inarizushi (frittierte Tofutaschen mit Sushireis Füllung) sowie 2 kleinen Sekihan Onigiris (Sekihan ist mit süßen Bohnen gekochter Reis, wodurch eine Rot-Rosa Färbung entsteht).
Dummerweise hatte ich recht bald viele schwere Einkaufstaschen, darunter ein dickes Kochbuch mit Bento-Rezepten (und das noch dazu sehr günstig!). Eigentlich hatte ich vor bis zur JR Makuhari Station zu laufen, auf der Karte sieht das ja nie weit aus. Es war aber doch eine recht lange Strecke, die ich zum Glück hin und wieder mit einem Kaufhausbesuch unterbrechen konnte.
Laut meiner Karte müsste ich kurz vor meiner Station noch die Kesei Linie kreuzen, als ich zu einer Unterführung kam dachte ich eigentlich, dies sei die Kesei Linie und lief natürlich weiter und weiter und weiter.
Ich orientiere mich an den Hochhäusern, von denen ich gerade kam und die ich beim vorbeifahren eigentlich immer aus der Ferne sehen kann. Aber irgendwie rückten die Hochhäuser immer weiter in die Ferne und nirgendwo war jemand den ich hätte fragen können. Erst als ich endlich bei einem Kombini ankam konnte ich nach dem Weg fragen. Der Verkäufe schickte mich jedoch wieder in die entgegegen gesetzte Richtung, Scheinbar bin ich irgendwo falsch gelaufen, oder war meine Linie doch die bei der Unterführung?
Schließlich war sonst nirgendwo weit und breit ein Zuggleis zu sehen.
Ich lief also den ganzen Weg wieder zurück und folgte dann den Gleisen und siehe da, JR Makuhari Station….
Da es heute noch dazu verdammt heiß und sonnig war, kam ich total überhitzt bei der Station an, ich wollte nur noch in einen Klimatisierten Raum. Dummerweise ist der Bahnhof so klein, dass er nicht einmal klimatisiert war. Ich musste also auf einen Zug warten, wohin der mich bringt, war mir eigentlich ziemlich egal.
Ich bin dann sowohl bei Shimosanakayama als auch bei Motoyawata ausgestiegen und habe mich dort noch weiter in den Kaufhäusern umgesehen. Es ist äußerst praktisch wenn man direkt vom Bahnhof in die Kaufhäuser kann. Die japanischen Kaufhäuser haben eine interessante Aufteilung. Ganz unten, manchmal auch im Untergeschoß befindet sich ein Supermarkt oder eine Einkaufshalle, in der regionale Spezialitäten angeboten werden. Dann kommen einige Stockwerke mit Klamotten, Schuhen, Haarschmuck und Strumpfgeschäften. Weiter oben findet man zumeist Büchergeschäfte, Papierwaren, Männerkleidung und 100 Yen Shops. Ganz oben befinden sich dann die Restaurants und Lokale, manchmal gibt es auch eine Game-zone, in der man die japanisch typischen Spiele spielen kann oder auch die Pricora Bilder machen kann.
Als mir dann die Füße schon weh taten und mir die Einkaufstaschen trotz Mini-Handtuch ins Fleisch schnitten, habe ich mich wieder auf den Heimweg gemacht. Eigentlich sollte ich ja wieder vorher anrufen, aber ich hab keine Lust und die Telefonnummer sowieso nicht mit.
Nach dem Abendessen (frisch gemachte Yakisoba) ging’s für mich gleich mal unter die Dusche um den Schweiß des Tages abzuwaschen. Danach klebten mir die Kinder am Hals, wobei es diesmal recht amüsant war. Wir haben zusammen Fotos gemacht, fand ich eigentlich recht lustig, die Gastmutter wohl weniger, sie hat die Kinder zur Ordnung gerufen, womit der ganze Spaß vorbei war. Nur Satsuki ist noch mal gekommen und hat sich von mir kitzeln und necken lassen.
Meine zahlreichen Einkäufe habe ich dann noch von überflüssigem Verpackungsmaterial befreit und schon mal in den Koffern verstaut. Ich hoffe ich hab dann nicht zuviel Gewicht…
Eigentlich hatte ich auf dem Hinflug 6-7kg unter dem Zugelassenen Gewicht, ich habe ein 9kg Packet verschickt, also müsste es sich ja eigentlich ausgehen…
Dummerweise habe ich gerade an Büchern relativ viel eingekauft, bzw. durch den Unterricht an der Sprachschule erhalten, so was schlägt sich ja recht schnell ins Gewicht.

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